Gespräche über neuen Großaktionär bei Escada dauern an

München - Beim größten deutschen Damenmode-Konzern Escada dauern die Gespräche über den Einstieg eines neuen Großaktionärs an. Der Hamburger Kaufmann Michael Herz, Mitinhaber der Holding Maxinvest, der der Kaffeeröster Tchibo und der Kosmetikkonzern Beiersdorf gehören, sei immer noch interessiert, hieß es am Dienstag in Branchenkreisen.

Als wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Einstiegs gilt die Einigung mit Escada-Großaktionär Rustam Aksenenko, der über seine Finanzgesellschaft Finartis und eigene Aktien rund 26 Prozent der Anteile hält. Herz wolle möglicherweise ein Aktienpaket in ähnlicher Größenordnung übernehmen, so dass beide gemeinsam die Mehrheit an Escada halten würden. Über den Einstieg von Herz wird bereits seit Wochen spekuliert, Sprecher von Escada und der Familie Herz hatten sich dazu aber nicht geäußert. Zuvor hatte bereits der Finanzinvestor Apax einen Einstieg bei Escada geprüft, sich dann aber dagegen entschieden. Escada bemüht sich seit langem um eine Neuausrichtung des Unternehmens, um sich in dem umkämpften Markt für Luxusmode wieder besser zu behaupten. Im April musste Escada seine Prognose für Umsatz und Gewinn in diesem Jahr unter anderem wegen schlechter Geschäfte in den USA deutlich senken.

Für das am 31. Oktober endende Geschäftsjahr erwartet Escada demnach einen Rückgang im höheren einstelligen Prozentbereich. Für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rechnet Escada mit einem Rückgang um 25 Prozent. An der Prognose hat sich nach Worten eines Escada-Sprechers nichts geändert. "Natürlich gilt diese Prognose noch", sagte er am Dienstag in München.

Die "Financial Times Deutschland" (Dienstag) hatte hingegen berichtet, Escada müsse die Prognose möglicherweise erneut senken. Zurzeit prüfe der Vorstand, ob die aktuelle Ertragsprognose weiter Bestand habe. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. Oktober) hatte Escada noch 68,2 Millionen Euro EBITDA erreicht. Nach der Korrektur im April war für das laufende Jahr ein Wert von rund 51 Millionen Euro prognostiziert worden.

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