Geständnis: Anleger um 35 Millionen betrogen

- Gießen - Zum Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Anlagebetrüger Wilhelm Just vor dem Gießener Landgericht hat der Angeklagte überraschend ein Geständnis abgelegt. Der 53-jährige Maschinenschlosser aus dem mittelhessischen Butzbach sowie fünf der sechs weiteren Angeklagten räumten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Die Geständnisse seien das Ergebnis eines Rechtsgesprächs, teilte der Vorsitzende der Zweiten Kammer Frank Oehm mit. Laut Anklage sollen die sieben Männer jahrelang mehr als 5800 Anleger um rund 35 Millionen Euro geprellt haben. Ein Urteil wird in wenigen Wochen erwartet.

<P>Just soll nach der Urteilsverkündung auf freien Fuß kommen, weil ihm eine eineinhalbjährige Auslieferungshaft in Brasilien angerechnet wird. Bis zum Prozessauftakt hatte der 53-Jährige die Vorwürfe bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Alleinvorstand der Firmengruppe Assekuranzkontor Just (AKJ) und den ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats eine lange Liste an Delikten vor: Betrug, Untreue, Insolvenzverschleppung, Bilanzfälschung und Bankrott in insgesamt 20 Fällen.</P><P>Just soll unter Beihilfe der Mitangeklagten von 1993 bis 1997 sogenannte stille Beteiligungen verkauft und hohe Zinsgewinne bis zu 14 Prozent versprochen haben. Das Geld der Anleger sollte sich mit angeblich lukrativen Leasingverträgen, wie teuren Fahrzeugen oder EDV-Anlagen, vermehren. "Es wurde jedoch nicht einmal versucht, Gewinne zu erwirtschaften", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Thiele. Stattdessen sollen sich die Männer selbst bereichert haben.</P>

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