Gestochen scharf und überall dabei: Wie Verbraucher künftig fernsehen

- München - Die Schlagworte sind dieselben geblieben. Wie 2005, so stehen auch in diesem Jahr das hochauflösende Fernsehen HDTV, Handy- oder Internet- TV im Mittelpunkt der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin, die am Freitag anläuft. Doch mittlerweile stehen viele Produkte vor der Marktreife - das technisch moderne Fernsehen wird damit für die Verbraucher immer greifbarer.

HDTV (High Definition TV), also Fernsehen mit schärferen und detailreicheren Bildern, ist zwar nichts ganz Neues mehr. Aber erstmals werden bei der IFA marktreife Medienplattformen gezeigt, mit einem rasch wachsenden Angebot an Programmen und Endgeräten. Die Hersteller zeigen serienreife Empfänger, von der kabel- oder satellitentauglichen Set-Top-Box bis hin zum komplett ausgestatteten HDTV-Fernsehgerät mit eingebautem Empfangsteil.

HDTV soll auch ein Motor für den Markt der großen Flachbildschirme und der Heimkino-Projektoren werden. Die IFA zeigt großformatige LCD- und Plasma- Fernseher, die mit dem Qualitätssiegel "HD Ready" ihre Eignung für HDTV-Bilder nachweisen. Dabei geht der Trend zu immer größeren Bildformaten. So will beispielsweise der Hersteller Panasonic einen Fernseher mit einer Diagonale von 2,62 Metern präsentieren.

Auch die Wiederqualität der Fernseher von morgen wird immer besser: Immer mehr Geräte können Bilder mit der höchstmöglichen HDTV-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten darstellen. Zudem sind bei den Flachbildschirmen der nun gezeigten Generation Kinderkrankheiten, die im Fachjargon "Klötzchenartefakte" oder "Sägezahnkanten" heißen, mittlerweile auskuriert. "Mit neuen Techniken haben sich die Displays besonders bei der Wiedergabe schneller Bewegtbilder deutlich verbessert", sagt Stefan Porteck, Redakteur des Computerfachmagazins "c’t".

Im vergangenen Jahr gab es auch schon den Streit zwi- schen den beiden optischen Speichermedien Blu-ray und HD-DVD. Wer künftig Filme im hochauflösenden HDTVFormat brennen oder ausleihen möchte, braucht andere Speichermedien als die DVD, weil die zu wenig Platz bietet. Unversöhnlich stehen sich die beiden Nachfolge- Konkurrenten gegenüber: Blu-ray wollen Apple, Dell und Sony. Unternehmen wie Microsoft, Intel und Toshiba favorisieren HD-DVD.

Von beiden Systemen gibt es eine große Auswahl auf der IFA zu sehen. Doch ei- gentlich zeugt die Markteinführung zum jetzigen Zeitpunkt auch von Kundenverachtung: beide Gruppen versuchen, rücksichtslos ihren Standard durchzusetzen. Die Geräte werden inkompatibel gehalten, was so viel bedeutet, dass die Filme des einen Formats nicht auf Geräten des anderen abgespielt werden können.

Ebenfalls nicht ganz neu ist das IFA-Thema Handy- TV. Bereits zur Fußball-WM hatten Mobilfunkunternehmen bewegte Bilder von Ballack und Co auf das Mobiltelefon übertragen. Allerdings glotzten nur wenige Technik- Pinoniere im Kleinformat. In Fachkreisen heißt es dennoch: "Handy-TV kommt." Allerdings mit dem Zusatz: "Aber nicht gewaltig." Probleme bereitet, dass sich Mobilfunk- Provider und Programm- Anbieter nicht auf einen einheitlichen Übertragungsstandard einigen konnten. Nun gibt es mit DVB-H, DMB und UMTS drei. Auf der IFA zeigen unter anderem T-Mobile und O2 ihre Angebote und Telefon-Hersteller serienreife Geräte.

IFA 2006 im Überblick

> Die Internationale Funkausstellung gilt als weltgrößter Branchentreff der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik.

> Die Schau findet dieses Jahr vom 1. bis 6. September auf dem Berliner Messegelände statt. Geöffnet ist sie von 10 bis 18 Uhr.

> Eine Tageskarte kostet an der Kasse normal 13,50 und ermäßigt 9,50 Euro. Quelle: www.ifa-berlin.de 

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