Gesund mit wenig Geld: Wer selber kocht, gewinnt doppelt

München - Nach dem rasanten Preisanstieg von Brot, Butter und Milch wird der Lebensmitteleinkauf im Supermarkt vor allem für kinderreiche Familien zur Herausforderung: Nicht ein ausgewogener Ernährungsplan, sondern die knappe Haushaltskasse bestimmt, was auf den Tisch kommt.

7,44 Euro pro Tag - das kostet einer Studie des Dortmunder FKE (Forschungsinstitut für Kinderernährung) zufolge eine ausgewogene Kost für einen 15-Jährigen. Das sind 4,02 Euro mehr, als vom Arbeitslosengeld II für Lebensmittel vorgesehen ist. Dass gesunde Ernährung trotz Sparzwang aber möglich ist, verrät Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern.

Einkaufszettel schreiben

Wer sparen will, sollte sich schon vor dem Gang in den Supermarkt genau überlegen, welche Lebensmittel in den Einkaufswagen sollen. "Spontankäufe sind Gift für den Geldbeutel - lieber einen Einkaufszettel mitnehmen", warnt Danitschek.

Öfter mal bücken und strecken

Einmal im Warenparadies angekommen, gilt es, sich öfter mal zu strecken und zu bücken - nach den Waren, die in den oberen bzw. unteren Regalen zu finden sind. Die teuren Waren sind meist auf Augenhöhe.

Fertignahrung mit Nebenwirkungen

Finger weg von Fertigprodukten wie Dosensuppen und Tiefkühlpizza. Diese "Kalorienbomben" haben nicht nur einen hohen Fettanteil, sondern haben zum Teil bedenkliche Inhaltsstoffe: "In Fertigpizzen etwa ist oft mehr Salz, als ein Erwachsener am Tag insgesamt zu sich nehmen sollte", warnt Verbraucherschützerin Danitschek.

Einfrieren pünktlich zur Erntezeit

Als Irrtum stuft Andrea Danitschek den weitverbreiteten Glauben ein, frisches Obst oder Gemüse sei teurer als weiterverarbeitete Produkte. "Gerade jetzt, wo Erntezeit ist, gibt es Frisches zu günstigen Preisen." Und wer für den Winter vorsorgen will, dem empfiehlt sie: Vorräte anlegen und einfrieren.

Mogelpackung im Großformat

Vor dem Kauf von Großpackungen als günstiges Einkaufsprinzip kann Danitschek nur warnen: Nicht selten entpuppen sich die sogenannten Spar-Angebote nämlich als Mogelpackung mit wenig Inhalt. Da hilft nur der Blick auf den Grundpreis pro Kilogramm oder Liter.

Es muss nicht immer Fleisch sein

Teures Fleisch muss für eine ausgewogene Ernährung nicht jeden Tag auf den Tisch - zweimal pro Woche ist vollkommen ausreichend. "Die sättigenden, kohlenhydrate-reichen Alternativen wie Nudeln und Reis sind ohnehin billiger", sagt Danitschek. Wichtig dabei: "Die Mahlzeiten immer mit Gemüse aufpeppen." Zwar müssen es im Hinblick auf den Nährwert keineswegs "Bio"-Produkte sein, wer aber darauf Wert legt, kann auch hier in Billigsupermärkten fündig werden.

Prickelndes Wasser aus der Leitung

Die Trinkwasserqualität in München und Umland ist einwandfrei - man darf also bedenkenlos zugreifen. Und wer es lieber prickelnd mag: Laut Verbraucherschutz rechnet sich die Anschaffung eines Sprudel-Gerätes bereits nach einem Jahr.

Ultimativer Tipp: Kochen und Backen

Quasi als "goldene Ernährungsempfehlung" gibt Danitschek noch einen Rat: Selber Kochen ist Trumpf. "Ein Blech Hefeteig, belegt mit frischen Zutaten, kostet nicht nur weniger als die Fertigpizza-Version, es ist auch deutlich gesünder." Außerdem lässt sich der Fettanteil beim Kochen besser kontrollieren als bei Fertigprodukten.

Und wer seine Brote im Ofen selbst bäckt, hat stets köstliches Selbstgebackenes zuhause und kann obendrein einige Euro sparen. Alle anderen sollten die "Happy Hour" vieler Bäckereien nutzen, kurz vor Ladenschluss günstig einzukaufen.

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