IWF gewährt Island 2,1-Milliarden-Kredit

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat dem infolge der Finanzkrise vom Staatsbankrott bedrohten Island die grundsätzliche Freigabe eines 2,1-Milliarden-Dollar-Kredits (1,67 Mrd Euro) zugesagt.

Zunächst würden 827 Millionen Dollar ausgezahlt, der Rest nach Zwischenprüfungen in Tranchen von je 155 Millionen, teilte der IWF am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington mit. Das Geld sei für das Programm der Regierung bestimmt, mit dem die Wirtschaft des Inselstaates im Nordatlantik stabilisiert und das Vertrauen in den Finanzsektor gestärkt werden soll.

“Island erlebt eine Bankenkrise von außergewöhnlichen Ausmaßen“, sagte ein IWF-Experte. Die drei größten Banken des Landes seien unlängst innerhalb einer Woche zusammengebrochen. “Als Folge erlebt Island eine schwere Rezession.“ Das Programm der Regierung, das der IWF mit den Darlehen unterstütze, habe als eines der obersten Ziele die Stabilisierung der Währung und eine Restrukturierung des Bankensektors.

Ministerpräsident Geir Haarde hatten den Schuldenberg seines Landes, den isländische Banken durch ihren Expansionsdrang hinterlassen haben, auf 19 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro) beziffert. Das entspricht zweieinhalb kompletten Staatshaushalten oder zweimal dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt des 320 000 Einwohner zählenden Landes. Folge sind der Zusammenbruch des Finanzsektors mit Massenentlassungen und ein praktisch totaler Stopp für die Baubranche. Die Regierung rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote von bisher etwa einem auf über zehn Prozent.

dpa

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