Gewalt in der Bahn nimmt stark zu

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München– Agressionen gegen Bahnmitarbeiter in Zügen und Bahnhöfen nehmen zu. In Bayern sind im vergangenen Jahr 420 Angestellte angegriffen worden, das sind 60 Betroffene mehr als im Jahr zuvor, sagte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Bayernweit liegt der Anstieg somit bei 17 Prozent. Bundesweit sind es sogar 27 Prozent. Insgesamt erfasste die Bahn hier 2300 Fälle.

„Wir beobachten eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft. Die Hemmschwelle für Gewalt sinkt“, sagte der Sprecher. 80 Prozent der Taten ereigneten sich demnach bei Fahrkartenkontrollen und der Durchsetzung des Hausrechts. Meist gehe es um einfache Körperverletzung – vom Wurf eines Bechers mit heißem Kaffee auf Angestellte bis zur Bedrohung mit einem Messer. Neben Mitarbeitern der Deutschen Bahn würden auch immer wieder Polizisten und Sanitäter attackiert, geschlagen und bespuckt. Die Täter, „ein Querschnitt durch die Gesellschaft“, agierten meist spontan. Neben Bayern liegen Schwerpunkte in Nordrhein-Westfalen (450 Fälle) und Berlin (380).

Als Reaktion auf die Gewalt werden 500 zusätzliche Sicherheitskräfte eingestellt. In Bayern gibt es dafür in diesem Jahr 40 neue Ausbildungsplätze. Zudem schult die Bahn ihr Personal zum Thema Deeskalation und will vermehrt Schutzhunde einsetzen. Zur Sicherung von Beweismitteln könnten nach Pilotprojekten in Berlin und Köln deutschlandweit Körperkameras eingesetzt werden, die auf Knopfdruck Bilder aufzeichnen. Das soll abschrecken. Auch die Polizei testet solche Geräte.

Die U-Bahnhöfe in München und Nürnberg werden laut Innenministerium derzeit mit knapp 2000 Kameras überwacht, außerdem die gesamte S-Bahn-Flotte in den beiden Städten. An öffentlichen Plätzen soll die Videoüberwachung ausgebaut werden. Die bayerische Polizei betreibt aktuell 34 eigene stationäre Kameras, in Oberbayern unter anderem in München, Ingolstadt und Rosenheim. dor

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