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Der PKW-Personalchef Martin Rosik spricht in Hannover (Niedersachsen) zum Auftakt der Haustarif-Verhandlungen zwischen der IG Metall und Volkswagen zu Journalisten.

„Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist enttäuschend“

Gewerkschaft fordert Ausbildungsplatz-Garantie bei VW

Wenn künftig immer mehr Elektroautos gebaut werden, könnten bei vielen Autobauern Jobs auf der Kippe stehen. Die IG Metall will die Ausbildungsplätze bei VW sichern. Das Unternehmen sieht vor allem hohe Kosten.

Hannover - Die IG Metall will in der Dieselkrise einen Abbau von Ausbildungsplätzen bei VW verhindern. „Wir wollen wieder eine Einstellungszusage für die Auszubildenden haben, auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Transformation“, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Thorsten Gröger. Die erste Runde der Tarifverhandlungen war am Montag ergebnislos beendet worden. Das Unternehmen wollte sich zunächst nicht zur künftigen Zahl der Ausbildungsplätze äußern. VW-Verhandlungsführer Martin Rosik forderte aber angesichts hoher anstehender Ausgaben für Elektromobilität und Digitalisierung einen „disziplinierten Tarifabschluss“.

„Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist enttäuschend“, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Thorsten Gröger, am Montag nach dem Treffen in Hannover. „Das Unternehmen redet die eigene wirtschaftliche Entwicklung klein und verweist auf globale Risiken.“ Ein konkretes Angebot habe VW nicht vorgelegt. VW-Verhandler Martin Rosik verwies auf große Investitionen in Zukunftstechnologien, die zum Erhalt von Arbeitsplätzen nötig seien.

Zuletzt hatte der Autobauer jährlich 1400 Ausbildungsplätze geschaffen, die meisten Azubis werden bei VW danach übernommen. Eine Vereinbarung zwischen VW und IG Metall über die Zahl der Ausbildungsplätze läuft demnächst aus. Da für den Bau von Elektroautos aber weniger Beschäftigte benötigt werden als für die Herstellung komplizierter Dieselmotoren, könnte der Arbeitskräftebedarf künftig sinken.

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter, auch unter dem Eindruck hoher Kosten wegen der Dieselaffäre, auf ein Sparpaket geeinigt. Der „Zukunftspakt“ soll die lange Zeit renditeschwache Kernmarke für die Zukunft fitmachen - kostet aber auch bis zu 23 000 Stellen in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben, auch sollen 9000 sogenannte Zukunftsarbeitsplätze entstehen.

Neben der Ausbildungsplatz-Garantie fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten im VW-Haustarifvertrag. Damit orientiert sich die IG Metall an ihrer Forderung in den ebenfalls laufenden Tarifverhandlungen für die übrige Metallbranche. In früheren Tarifverhandlungen hatte VW im Wesentlichen jeweils die Gehaltsentwicklung übernommen, die auch für die gesamte Metallbranche vereinbart wurde. Derzeit laufen hier die Verhandlungen für den Flächentarifvertrag.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif und läuft Ende Januar aus. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

dpa

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