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Ein Wohngebäude des Fertighausherstellers Kampa in einer Musterhausausstellung.

Gewerkschaft: Manager haben Kampa auf dem Gewissen

Minden - Der Fertighausbauer Kampa ist nach Gewerkschaftsansicht schweren Managementfehlern zum Opfer gefallen.

"Das konnte nicht gutgehen", sagte der für das Unternehmen zuständige Gewerkschaftssekretär der IG BAU in Bielefeld, Bodo Matthey, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag.

Kampa habe 2007 die Manufaktur von teuren Exklusiv-Häusern in Minden dichtgemacht und auf automatische Fertigungsanlagen in Ziesar (Brandenburg) und Steinheim (Baden-Württemberg) gesetzt. Mit dem Luxussegment habe Kampa ein bedeutendes Standbein in der Rezession aufgegeben. Die Firma steht vor dem Aus. "Das ist keine Wirtschaftskrise, es ist Missmanagement."

Nach ergebnislosen Gesprächen mit 69 möglichen Investoren hatte Insolvenzverwalter Werner Schreiber am Mittwoch verkünden müssen, dass Kampa nicht mehr zu retten sei: Alle 730 Mitarbeiter werden entlassen.

"Es tut mir weh, dass das Unternehmen so zerschlagen wird", sagte Matthey. Wenn es einen Neuanfang für Kampa gäbe, müsse die Manufaktur in Minden wiederbelebt werden. "Alle Fachkräfte in Minden sind noch da." Das Management habe bis zuletzt nicht erkannt, dass die Schließung ein Fehler war. Kampa war einst Europas führender Fertighausbauer. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen nach Schätzungen einen Gesamtverlust zwischen 28,5 und 29,5 Millionen Euro gemacht.

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