Gewerkschaft warnt vor Schwarzarbeit zur WM

- Berlin - Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt vor Sicherheitslücken in Hotels während der Fußball-Weltmeisterschaft. Mehr und mehr Beherbergungsbetriebe vergäben Arbeiten wie die Zimmerreinigung an externe Subunternehmer, berichtet die stellvertretende NGG-Vorsitzende Michaela Rosenberger.

Wer dort beschäftigt sei - oftmals Illegale - könne nur schwer kontrolliert werden. "Die Hotels haben oft keinen Überblick mehr, welche Firmen bei ihnen arbeiten, und dass Subunternehmen Schwarzarbeiter wie Sklaven beschäftigen", meint Rosenberger.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, startet die Gewerkschaft eine Image-Kampagne: Ab sofort fahren Lastwagen mit großen Plakaten und der Aufschrift "Wir arbeiten, damit die Welt feiern kann" durch deutsche Großstädte. Am 19. und 20. April werden die mobilen Plakatwände in München unterwegs sein. Zusätzlich sollen dort laut dem bayerischen NGG-Landesvorsitzenden Hans Hartl S- und U-Bahnhöfe entsprechend plakatiert werden.

Aus Sicht der Gaststätten-Gewerkschaft verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen in der Branche seit einiger Zeit zusehends. Statt Vollzeitjobs bekämen die Beschäftigten nur noch befristete Teilzeitverträge angeboten, berichtet Abdelkader Aouini, Betriebsratsvorsitzender der Lufthansa Airport Gastronomie in Berlin. "Jeder ist froh, wenn er seinen Job behalten kann." Die Bezahlung liege mit 1205 Euro brutto im Monat für Hilfskräfte und 1435 Euro für gelernte Fachkräfte in Westdeutschland immer noch unter der Armutsgrenze. Vielfach werde der tariflich garantierte Mindestlohn sogar noch unterschritten.

Mit der WM könnte sich die Situation nochmals verschlechtern. "Alle reden von Jobchancen, die die Fußball-Weltmeisterschaft bietet. Inzwischen wird eingeräumt, dass es sich bei den Stellen um kurzfristige Beschäftigung handeln wird", sagt Rosenberger. Wer eine Stelle hat, müsse unbezahlte Überstunden schieben. Zwölf bis 14 Stunden Arbeit an sieben Tagen in der Woche seien keine Seltenheit.

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