Gewerkschaften bekräftigen Lohnforderungen

- München - Die Arbeitgeberverbände müssen sich in nächster Zeit auf harte Tarifrunden einstellen. So hat sich mit dem Vorsitzenden des DGB Bayern, Fritz Schösser, ein weiterer Gewerkschaftsführer gegen moderate Tarifabschlüsse in den kommenden Jahren ausgesprochen. "Wir müssen hohe Lohnforderungen stellen", sagte Schösser in München mit Blick auf die anstehenden Gespräche in der Metall- und Elektrobranche. Dabei will die IG Metall einen Zuschlag von fünf Prozent aushandeln.

Die Zurückhaltung der Gewerkschaften in den vergangenen Jahren hat nach Schössers Einschätzung nichts gebracht. So seien die Reallöhne seit 1994 um 0,9 Prozent gesunken, ohne dass die Wirtschaft ihr Versprechen erfüllt habe, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dadurch habe sich das Konsumklima verschlechtert, das jetzt wieder verbessert werden müsse. "Es geht darum, die Nachfrage wieder zu stärken", begründete Schösser sein Pochen auf mehr Lohn und Gehalt.

Der bayerische DGB-Chef brachte die geringen Abschlüsse auch mit dem Mitgliederschwund bei den Gewerkschaften in Zusammenhang. "Die Arbeitnehmer gehörten in den letzten zehn Jahren nicht gerade zu den Gewinnern", sagte Schösser. Dies sei auch den Gewerkschaften zur Last gelegt worden. Nach seinen Angaben ging allein in Bayern die Mitgliederzahl der im DGB zusammengeschlossenen acht Einzelgewerkschaften zwischen 2001 und 2004 um rund 80 000 auf 850 000 zurück.

Schösser geht allerdings davon aus, dass die Negativ-Entwicklung mittlerweile gestoppt ist. "Es zeichnet sich eine Trendwende ab", sagte er. Zwar lägen für 2005 noch keine endgültigen Zahlen vor, es gebe aber einen Zuwachs bei den aktiven Mitgliedern. So seien allein 16 500 Jugendliche als Neu-Mitglieder für eine DGB-Arbeitnehmervertretung gewonnen worden. "Wir gewinnen bei den Jungen und verlieren bei den Alten", erklärte Schösser.

Der 58-Jährige kündigte an, bei den am 17. und 18. Februar anstehenden Bezirkswahlen nach 16 Amtsjahren erneut für den bayerischen DGB-Vorsitz kandidieren zu wollen. Auch seine Stellvertreterin Heide Langguth bewirbt sich erneut. "Wir haben unsere Arbeit gut gemacht", sagte Schösser.

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