Gewerkschafter für Stop von Airbus-Sparprogramm

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Paris (dpa) - Nach dem Milliardenauftrag aus den USA für Airbus-Tankflugzeuge fordern Gewerkschaftsvertreter der Airbus-Werke in Europa den Erhalt der Arbeitsplätze und die Aussetzung des Sanierungsprogramms "Power8".

Es sollte so verhindert werden, dass der Sanierungsplan durch den Rüstungsauftrag noch beschleunigt werden könnte, verlangte der Sprecher der Gewerkschaft CGT, Xavier Pétrachi, in der Wirtschaftszeitung "La Tribune" vom Montag. "Power8" sieht den Abbau von 10 000 Stellen bis 2010 vor. In einem neuen Werk in den USA soll der Tanker montiert werden.

Zusammen mit dem amerikanischen Partner Northrop Grumman wird der europäische Raumfahrt- und Airbus-Mutterkonzern EADS 179 militärische Transportflugzeuge an die US-Luftwaffe liefern. Wie EADS-Chef Louis Gallois in Frankreichs Medien ankündigte, soll die erste Maschine 2011 an seinen Partner Northrop geliefert werden. Northrop werde die Maschinen militärisch ausstatten und 2012 an die US-Luftwaffe liefern. Das Auftragsvolumen schätzt Gallois auf 35 bis 40 Milliarden Dollar. Der europäische Konzern wolle pro Monat ein Flugzeug herstellen. "Wir werden den Rhythmus jedoch schnell erhöhen", sagte er.

Im Falle des Zuschlags der 179 Tankflugzeuge hatte EADS angekündigt, im US-Bundesstaat Alabama zu investieren und in Mobile ein Werk zu bauen, in dem sowohl die Tankflugzeuge als auch zivile Airbus-Frachter vom Typ A330 montiert werden sollen. Wie ein Airbus- Sprecher der "Financial Times Deutschland" (FTD/Montagsausgabe) sagte, will der Konzern etwa 500 Millionen Dollar in dem südlichen US-Staat investieren.

Nach Angaben Gallois in der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Montagausgabe) werden in Amerika rund 25 000 direkte und indirekte Stellen geschaffen werden, rund 1300 in Mobile. Das Montagewerk werde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte 2010 eröffnet werden. Alle Teile sollen jedoch in Europa produziert werden, erklärte er dem "Figaro" vom Montag. "Die Flügel werden in Filton in England hergestellt, das zentrale Teil in Saint-Nazaire und die Nase des Flugzeugs in Méaulte, der Rumpf in Nordenham in Deutschland, der hintere Teil in Spanien." Gallois wollte sich jedoch nicht auf eine Mitarbeiterzahl für Europa festlegen.

Zwar hat Gallois in den französischen Medien betont, dass die Entscheidung für eine Endfertigungslinie in den USA keine Auswirkungen auf den Airbus-Standort Toulouse habe, doch zeigt sich Gewerkschaftsführer Pétrachi davon wenig überzeugt. Die Globalisierung der Produktion werde am Ende Arbeitsplätze in Europa kosten, befürchtet er.

Titel von EADS schossen am Montag in die Höhe. Um 15.30 Uhr notierte das Papier 18,79 Euro mit einem Zuschlag von 7,74 Prozent. Anleger reagierten Händlern zufolge euphorisch auf die neuesten Nachrichten. Die Experten sprachen von einem wichtigen Schritt, die Aktivitäten im zivilen und militärischen Luftfahrtbereich wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

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