Die Allianz geht weiter von "stabilen Geschäftsergebnissen" aus. Foto: Andreas Gebert/dpa
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Die Allianz geht weiter von "stabilen Geschäftsergebnissen" aus. Foto: Andreas Gebert/dpa

"Robustes Ergebnis"

Corona-Krise lässt Allianz-Gewinn einbrechen

Die Corona-Pandemie bedeutet für Versicherungskonzerne immense Kosten. Doch anders als bei vielen Industrieunternehmen halten sich bei der Allianz zumindest die Umsatzrückgänge in Grenzen.

München (dpa) - Die Corona-Pandemie hat die Allianz bislang mehr als eine Milliarde Euro gekostet.

Im ersten Halbjahr ist der Gewinn des größten europäischen Versicherers im Jahresvergleich um knapp 29 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gesunken, wie Finanzvorstand Giulio Terzariol am Mittwoch in München berichtete. Ursache waren vor allem höhere Ausgaben in der Sparte Schaden- und Unfallversicherung. "Es wird kein Rekordjahr, das haben wir alle kapiert", sagte Terzariol. Die Einnahmen des Konzerns dagegen blieben stabil bei 73,5 Milliarden Euro.

Die Kosten der Corona-Krise für das Unternehmen bezifferte der Finanzchef auf bisher 1,2 Milliarden Euro. Insgesamt sei es für die Allianz angesichts der Umstände ein "robustes" Ergebnis. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete der Münchner Konzern einen operativen Gewinn von knapp 4,9 Milliarden Euro, ein Minus von mehr als 20 Prozent. Im zweiten Quartal allein sank das operative Ergebnis etwas weniger kräftig um knapp 19 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Die Allianz hat drei Hauptgeschäftsfelder: Sachversicherungen, Leben und private Krankenversicherung sowie die Vermögensverwaltung. Corona macht sich in allen drei Feldern auf unterschiedliche Art bemerkbar.

In der Sachversicherung kosteten Betriebsunterbrechungen ihrer Firmenkunden die Allianz im ersten Halbjahr 400 Millionen, der Ausfall von Veranstaltungen und andere Leistungen für "Entertainment"-Kunden 250 Millionen, die Kreditversicherung weitere 150 Millionen.

Auf der anderen Seite blieb das Unternehmen jedoch von Naturkatastrophen weitgehend verschont. Im zweiten Quartal meldeten die meisten der großen Landesgesellschaften inklusive Deutschland sogar gestiegene Ergebnisse.

Wegen der nahezu weltweiten Ausgehbeschränkungen verkaufte die Allianz im zweiten Quartal aber erheblich weniger neue Lebens- und Krankenversicherungspolicen. So schrumpfte von März bis Ende Juni allein im deutschen Heimatmarkt das Neugeschäft mit Lebensversicherungen um 39 Prozent auf 141 Millionen Euro.

Und in der Vermögensverwaltung bekam die Allianz die weltweiten Verwerfungen am Kapitalmarkt zu spüren. Im Zuge der Börsenturbulenzen im ersten Quartal zogen Anleger 46 Milliarden Euro ab, im zweiten Quartal gab es dann wieder Zuflüsse von 26 Milliarden.

Das ursprüngliche Ziel eines operativen Gewinns von 11,5 bis 12,5 Milliarden Euro dieses Jahr hatte Vorstandschef Oliver Bäte bereits im Frühjahr zurückgezogen. Sofern die Situation stabil bleibt und eine große zweite Corona-Welle ausbleibt, erwartet der Konzern eine bessere zweite Jahreshälfte. Eine Prognose will die Allianz aber nach wie vor nicht abgeben. "Die Unsicherheit ist noch zu hoch", sagte Terzariol.

© dpa-infocom, dpa:200805-99-46207/4

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