Gewinneinbruch: Karstadt spart beim Personal

- Essen - Deutschlands größter Warenhauskonzern Karstadt will nach einem dramatischen Gewinneinbruch im vergangenen Jahr bei den Personalkosten den Rotstift ansetzen. Insgesamt 75 Millionen Euro sollen eingespart werden. Dies entspräche rein rechnerisch 3000 Arbeitsplätzen, erläuterte ein Unternehmenssprecher. Ein Stellenabbau in einer solchen Höhe sei aber nicht geplant.

Vielmehr werde derzeit mit dem Betriebsrat über einen Beschäftigungssicherungsvertrag verhandelt, betonte der Sprecher. Ziel sei es, einen Arbeitsplatzabbau im Verkauf durch Einsparungen etwa beim Urlaubs- oder Weihnachtsgeld zu vermeiden. Einen Personalabbau im administrativen Bereich schloss der Sprecher allerdings nicht aus. Doch werde es auch hier keine Kündigungswelle geben.

Der Karstadt-Sprecher reagierte damit auf einen "Handelsblatt"-Bericht, in dem es unter Berufung auf Aufsichtsratskreise hieß, der Handelsriese plane den Abbau von 3000 Stellen in seinen Kaufhäusern. Dabei wolle der Vorstand auf einen Teil seiner Bezüge verzichten, um eine positive Gesprächsatmosphäre zu schaffen.

Karstadt-Quelle hatte im vergangenen Jahr deutlich unter der Konsumflaute gelitten. Der Konzern-Umsatz sank um 3,4 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss verringerte sich sogar um gut ein Drittel auf 108 Millionen Euro. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte verlief das Geschäft enttäuschend. Der stationäre Einzelhandel hatte dabei sogar ein Minus von 4,8 Prozent verbucht.

"Ausschlaggebend war die Verunsicherung der Verbraucher im Rahmen der anhaltenden Reformdiskussion sowie der aggressive Preiswettbewerb im Weihnachtsgeschäft", hieß es. Die Aktionäre sollen dennoch eine gleichbleibende Dividende von 0,71 Euro erhalten. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen ging um 69 Millionen auf 225 Millionen Euro zurück. Der Konzern hatte bereits im November gewarnt, dass die ursprüngliche Prognose von 250 Millionen Euro nicht gehalten werden könne.

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