Die Gewinner des Jahres 2006

- München - Sie führen riesige Konzerne und schmieden weltumspannende Allianzen: Wer waren in der Riege der deutschen und internationalen Top-Manager die Gewinner und Verlierer des Jahres 2006? Zunächst die Gewinner:

Josef Ackermann

Sogar der Rücktritt des Deutsche-Bank-Chefs stand 2006 im Raum ­ wenn er im Mannesmann-Prozess verurteilt worden wäre. Doch am Ende geht Ackermann als Sieger auf ganzer Linie ins neue Jahr: Der Prozess wurde gegen Zahlung einer Geldsumme von 3,2 Millionen Euro eingestellt, und Ackermann (Jahresgehalt: 11,9 Millionen Euro) darf noch mindestens bis 2010 an der Spitze des größten deutschen Kreditinstituts stehen.

Warren Buffett und Bill Gates

Die beiden reichsten Männer der Welt haben binnen zweier Wochen beschlossen, ihr Leben dramatisch zu ändern. Erst verkündete Microsoft-Gründer Bill Gates seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft. Dann erklärte der zweitreichste Mann, der US-Investor Warren Buffett, 85 Prozent seines Vermögens verschenken zu wollen. 37,5 Milliarden Dollar (fast 30 Milliarden Euro) sind die größte Summe, die jemals ein Mensch für Wohltätigkeitszwecke spendet. Aber so ganz will das 75-jährige Finanzgenie aus Omaha vom Geldscheffeln nicht lassen:

Der legendär erfolgreiche Unternehmer hat angekündigt, mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway auch in den kommenden Jahren sein Vermögen mehren zu wollen ­ mit dem Ziel, letztendlich fast alles wohltätigen Zwecken zukommen zu lassen. In diesem Jahr spendet Buffett erst einmal 1,5 Milliarden Dollar. Das Geld fließt fast komplett in die Bill und Melinda Gates-Stiftung. Diese ist mit einem Kapital von 27 Milliarden Dollar bereits jetzt die weltweit größte Wohltätigkeitsorganisation. Gates hatte seinen Rückzug auch damit begründet, sich noch stärker um die Stiftung kümmern zu wollen. Sie ist weltweit aktiv im Kampf gegen Krankheiten wie Aids und Malaria, gegen Analphabetismus und Bildungsnot ­ auch in den Vereinigten Staaten.

Ferdinand Piëch

Der VW-Patriarch Ferdinand Piëch (69) hat es wieder mal allen gezeigt. Der Enkel des legendären Autopioniers Ferdinand Porsche hält bei Volkswagen mehr denn je die Zügel in der Hand ­ als Chef des Aufsichtsrats und Miteigentümer des größten VW-Aktionärs Porsche. Letztes prominentes Opfer von Piëchs Machtbewusstsein war VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder, der seinen Posten Ende des Jahres an den Piëch-Vertrauten und Audi-Chef Martin Winterkorn abgeben muss. Bereits im März hatte Piëch mit einem gezielten Nadelstich die Ablösung Pischetsrieders eingeleitet ­ als er in einem Interview sagte, dessen Vertragsverlängerung stehe in Frage.

Norbert Reithofer

Der gebürtige Penzberger übernahm am 1. September als erster Bayer seit sieben Jahren die Führung des erfolgsverwöhnten Münchner Autokonzerns BMW. Sein Vorgänger Helmut Panke hatte angesichts guter Zahlen gehofft, dass sein Vertrag gegen die BMW-Usancen über das 60. Lebensjahr hinaus verlängert wird ­ vergebens. Stattdessen übernahm Produktionsvorstand Reithofer das Steuer. Der nach außen zurückhaltende, intern aber durchaus hart durchgreifende 50-Jährige hatte zuvor das weltweit gelobte, flexible Produktionssystem des Autobauers mit entwickelt. Trotz der Erfolge übernahm Reithofer keinen leichten Job: Trotz nachlassender Wachstumsdynamik in den vergangenen Monaten wird in diesem Jahr ein Rekordgewinn vor Steuern von vier Milliarden Euro erwartet.

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