Gewinnsprünge: Die Allianz und ihre Chefs hoffen auf fette Jahre

- München - Die Chefs des Allianz-Konzerns zieren sich nicht, sie lassen sich in den Geldbeutel schauen. Jeder, der es wissen will, kann im neuesten Geschäftsbericht erstmals detailliert nachlesen, was die zehn Vorstände des Versicherers so im Jahr nach Hause tragen. Der Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann bekommt zum Beispiel 900 000 Euro als Fixgehalt. Inklusive erfolgsabhängiger Bonuszahlungen waren es sogar 2,556 Millionen Euro.

<P class=MsoNormal>"Wir wollen, dass die Bezüge stark von der Leistung abhängig sind", erklärt Diekmann. Seit drei Jahren seien die Festgehälter nicht mehr gestiegen, drei Viertel der Vorstandsgelder hängen vom Geschäftserfolg ab - und der kann sich wieder sehen lassen: Der ausgewiesene Gewinn kletterte im vergangenen Jahr um 16,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Noch viel stärker schraubte der Versicherungskonzern das operative Ergebnis nach oben: plus 68 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro bei einem Gesamtumsatz von 96,9 Milliarden Euro (plus 3 Prozent). Grund dafür waren vor allem ein gutes Geschäft in der Schaden- und Unfallversicherung, in der Vermögensverwaltung und die jahrelang verlustträchtige Dresdner Bank, die dem Mutterkonzern erstmals einen kleinen Gewinn bescherte (siehe Kasten links). Die Aktionäre bekommen eine von 1,50 auf 1,75 erhöhte Dividende.</P><P class=MsoNormal>Um ihre Bonuszahlungen brauchen sich die Allianz-Vorstände wohl auch in Zukunft keine Sorgen zu machen, wenn eintrifft, was Diekmann prognostizierte: "Wir werden 2005 noch einmal eine Schippe drauflegen." Allein eine veränderte Rechnungslegung dürfte in diesem Jahr ein Gewinnplus von einer Milliarde Euro bringen. Ab 2006 soll der Gewinn jährlich im zweistelligen Prozentbereich zulegen. Langfristig will die Allianz "an die Spitze der Champions-League", wie Diekmann sagte. Messlatte soll der weltgrößte Versicherer, der US-Konzern AIG, sein. Wenig beeindruckt zeigten sich von den Ankündigungen die Börsianer: Der Kurs der Allianz-Aktie sank zeitweise um 1,80 Prozent auf 96,92 Euro.</P><P class=MsoNormal>Finanzvorstand Paul Achleitner wies indes auf die solide Qualität des Ergebnisses hin. Im Vorjahr hatten der Verkauf eines großen Pakets an Beiersdorf und wesentlich geringere Steuerlasten den Jahresüberschuss verschönert. Die runderneuerte Kapitalanlage-Strategie der Allianz zeige jetzt Wirkung. Statt Kapital über Jahre und Jahrzehnte in strategische Beteiligungen an anderen Aktiengesellschaften zu binden, wird das Geld jetzt ins operative Geschäft gepumpt. In den vergangenen fünf Jahren hat die Allianz unter Achleitners Regie Aktienanteile im Wert von rund 30 Milliarden Euro verkauft. Selbst die Beteiligung am einstigen Schwesterkonzern Münchener Rück sank von dereinst 25 auf unter 10 Prozent (siehe Infokasten unten). Weil die Allianz auch viele Firmenteile verkaufte und Stellen - unter anderem bei der Bank - strich, sank die Zahl der Mitarbeiter konzernweit um 11 600 auf 162 180. Diese Zahl soll laut Diekmann heuer relativ stabil bleiben. "Wir wollen uns ja nicht gesundschrumpfen, wir wollen wachsen und Geld verdienen", sagte er.</P>

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