MAN mit Gewinnsprung

München - Der Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat nach einem schwungvollen ersten Quartal seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben geschraubt.

Das Unternehmen sei in "bester Verfassung", sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson am Freitag nach Redetext bei der Hauptversammlung des Unternehmens in München.

Vor allem das Geschäft mit Schiffsdieseln und Lastwagen lauf derzeit rund. Dennoch gebe es auch einige Risikofaktoren und Unwägbarkeiten wie den starken Euro und die Konsumdelle in den USA. An der Börse wurden die Zahlen gut aufgenommen. Die Aktie gab im frühen Handel wegen Gewinnmitnahmen trotzdem knapp ein Prozent nach.

Im ersten Quartal 2008 kletterte der Umsatz dank voller Auftragsbücher und neuer Produktionskapazitäten in Polen um 16 Prozent auf gut 3,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 43 Prozent auf 455 Millionen Euro. Unterm Strich stieg der Gewinn von 228 auf 322 Millionen Euro. Auch der Auftragseingang zog nochmals an und lag mit knapp 5,2 Milliarden Euro acht Prozent über dem Vorjahreswert. "Die Nachfrage nach unseren Produkten bewegt sich - vor allem im Ausland - weiter auf hohem Niveau", sagte Samuelsson. MAN erwirtschaftet gut drei Viertel seiner Erlöse im Ausland.

Angesichts der guten Geschäftslage hob Samuelsson die Erwartungen für das Gesamtjahr an. So soll der Umsatz nach 15,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nochmals um zehn Prozent zulegen. Beim operativen Ergebnis rechnet MAN mit einer deutlichen Verbesserung des Vorjahreswertes von 1,730 Milliarden Euro. Der Auftragseingang soll sich auf Vorjahresniveau bewegen. Schon bisher hatten die Münchner für 2008 neue Rekordwerte in Aussicht gestellt. So sollte der Umsatz um mindestens fünf Prozent steigen und auch der operative Gewinn weiter zulegen.

Spekulationen über einen baldigen Zusammenschluss mit dem schwedischen Konkurrenten Scania und der Nutzfahrzeug-Sparte von Volkswagen dämpfte Samuelsson erneut. "Mit unserem gemeinsamen Großaktionär Volkswagen gibt es gute Voraussetzungen für zukünftige Überlegungen", sagte Samuelsson laut Redetext.

Dennoch sei eine Allianz zunächst kein Thema, "weil wir voll damit beschäftigt sind, die hohe Nachfrage zu meistern und organisch zu wachsen". VW hatte sich erst kürzlich die Mehrheit bei Scania gesichert und ist mit knapp 30 Prozent auch größter MAN-Anteilseigner. MAN hatte Anfang vergangenen Jahres selbst ein Auge auf Scania geworfen, war mit seinem Übernahmeversuch aber gescheitert.

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