GfK: Verbraucher-Stimmung im März ungetrübt

- Nürnberg - Die Stimmung der deutschen Verbraucher bleibt ungetrübt und ist so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Zwar beurteilten die Bundesbürger die konjunkturelle Lage und ihre finanzielle Situation etwas weniger optimistisch als in den Vormonaten. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen sei aber weiter groß, geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Konsumklimastudie des Marktforschungsinstituts Gfk hervor. Der Konsumklima-Index für April bleibe mit 5,1 Punkten nach 5,0 Punkten im März nahezu stabil.

"Anhaltende Streiks im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen sowie Nullrunden für Rentner haben insgesamt erstaunlich wenig Einfluss auf die Entwicklung der Verbraucherstimmung gehabt", betonte die GfK. Nach wie vor seien alle Einzelindikatoren im positiven Bereich, nachdem sie noch im Vorjahr negativ ausgefallen waren. "Zuletzt war die Stimmung der Verbraucher im Dezemer 2001 so gut", stellten die Konsumforscher fest. Belastet werde das bundesweite Konsumklima von der leicht negativen Stimmung in Ostdeutschland. Die Studie basiert auf der Befragung von 2000 Verbrauchern.

Weiter an Schwung gewonnen hat im März nach GfK-Angaben vor allem die Anschaffungsneigung der deutschen Verbraucher. Der entsprechende Indikator sei um 7,6 Punkte auf einen Wert von 19,5 gestiegen. "Der Wert liegt damit 32 Punkte über dem des Vorjahres", heißt es in der Konsumklimastudie. Dabei seien es erstaunlicherweise vor allem Befragte in den neuen Bundesländern, die erklärten, sie planten in den kommenden Monaten größere Anschaffungen. Sie reagierten damit offenbar auf die für 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung, vermutet die GfK.

Dagegen macht sich nach GfK-Erkenntnissen - vor allem bei ostdeutschen Verbrauchern wieder leichter Konjunkturpessimismus breit. Im März büßte der entsprechende Indikator 8 Punkte ein. Mit 14 liege sein Wert aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt von 0 und 30 Punkte über dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Auch bei der Einkommenserwartung sei es im März leicht bergab gegangen. Mit einem Wert von 1,0 Punkten sei der Wert aber weiterhin positiv und liege 7 Punkte über dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Eintrübung in diesem Punkt sei ausschließlich der Stimmungsverschlechterung in Ostdeutschland zuzuschreiben.

Der Chef der Gfk-Gruppe, Klaus Wübbenhorst, rechnet auch für die kommenden Monate mit einem stabilem Konsumklima. "Die uns vorliegenden Kennzahlen vermitteln den Eindruck, dass der Verbraucher nach einem langen Konsumwinter einen Konsumfrühling will", sagte Wübbenhorst in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Dafür sprächen nicht nur die auf hohem Niveau rangierenden KonsumklimaIndikatoren, sondern auch das nach der Bundestagswahl wiederhergestellte Vertrauen in die Bundesregierung. "Auch wenn dem Verbraucher nicht alle Pläne der Regierung schmecken - er weiß jetzt zumindest, mit was er rechnen kann und muss."

Gestützt wird das derzeit positive Konsumklima nach Wübbenhorsts Einschätzung von der Fußballweltmeisterschaft. Die Vorfreude auf das sportliche Großereignis dürfte vor allem den Absatz von Unterhaltungselektronik anheizen, schätzt der GfK-Chef. Zudem sorgten die in Deutschland erwarteten Millionen ausländischer Fußball-Fans für zusätzliche Impulse. Dieser "Sondereffekt" sei daher ebenso wenig zu unterschätzen wie die so genannten Vorzieheffekte als Folge der für 2007 geplanten Mehrwertsteuererhöhung. Das Geld für verstärkten Konsum sei auf jeden Fall vorhanden, unterstrich Wübbenhorst und verwies dabei auf die milliardenschweren Ersparnisse der Verbraucher.

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