Giesecke & Devrient setzt auf die Gesundheitskarte

- München - "Unsere Vision ist, dass jeder Mensch der Erde ein Produkt von uns dabei hat." So formuliert Willi Berchtold, Vorsitzender der Geschäftsführung von Giesecke & Devrient, das Ziel des Münchner Technikkonzerns. Das Unternehmen druckt Geld, produziert Personalausweise und Chipkarten. So weit es Deutschland betrifft, könnte Giesecke & Devrient seiner Vision 2006 näher kommen. Dann sollen nach Plänen des Bundesgesundheitsministeriums 70 Millionen gesetzlich versicherte Menschen in Deutschland eine "Gesundheitskarte" erhalten, auf der Ärzte zunächst Rezepte speichern und später auch die Krankengeschichte ihres Patienten abrufen. Ob der Einführungstermin einzuhalten ist, wird sich nach Einschätzung von Berchtold diesen Herbst entscheiden.

<P>Die Vernetzung der Daten von Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken und gesetzlichen Krankenkassen mit der Gesundheitskarte ist ein Mammutprojekt mit einem Volumen von 700 Millionen bis zu einer Milliarde Euro, wie Franz Haniel sagte, der in der Geschäftsführung von Giesecke & Devrient für das Kartengeschäft zuständig ist. Das Unternehmen erwarte sich einen Anteil von "deutlich mehr als zehn Prozent" daran. Es gebe keine grundsätzlichen technischen Gründe, den vorgesehenen Termin nicht einzuhalten. Unter anderem hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Zeitplan "unrealistisch" genannt. Bis September oder Oktober müssten die genauen Daten des Projekts definiert sein. "Sonst ist es nicht realisierbar", erklärte Berchtold.<BR><BR>Auch von der Einführung elektronischer Pässe erwartet sich das Münchner Unternehmen in der Zukunft Geschäft. Das weltweite Markt-Potenzial liege bei fünf Milliarden Euro. "Wir gehen davon aus, dass wir daran einen vernünftigen Anteil haben werden", sagte Haniel. Die USA wollen in den kommenden Jahren als erstes Land derartige Ausweise einführen. Die Ausschreibung für die erste Tranche von 80 Millionen Pässen ist für diesen Monat vorgesehen. Noch heuer soll die Lieferung von elf Millionen Sozialversicherungskarten nach Österreich mit einem Volumen von 48 Millionen Euro positive Impulse bringen. Berchtold erwartet für 2004 eine Steigerung des Umsatzes um "fünf bis zehn Prozent". 2003 hatte der bei 1,047 Milliarden Euro gelegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 49,7 Millionen Euro soll proportional zum Umsatz wachsen.<BR><BR></P><P> </P>

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