Giesecke & Devrient stellt wieder ein

- München - Neues Geld für afrikanische Staaten, eine Plastik-Sozialversicherungskarte für Österreich, Pässe für Mazedonien oder bald die elektronische Gesundheitskarte für Deutschland - der Münchner Familienkonzern Giesecke & Devrient ist einer der größten Banknotendrucker und Chipkartenhersteller der Welt. Das Geschäft mit Geld und Daten läuft gut. Das Unternehmen will heuer Umsatz sowie Gewinn weiter ausbauen und dafür auch neue Mitarbeiter engagieren.

Nach drei Jahren Einstellungsstopp sucht G & D wieder Spezialisten für seine Forschung und Entwicklung in München. Zwischen 30 und 40 neue Stellen sollen hier entstehen. Doch abgesehen davon wird Personal-Aufbau künftig in der Regel im Ausland stattfinden, hat der Vorsitzende der Geschäftsführung, Karsten Ottenberg, angekündigt.

Ottenberg rechtfertigte erneut die Verlagerung der Kartenproduktion vom Standort Louisenthal am Tegernsee in die Slowakei. SIM-Karten etwa für Handys sowie Kreditkarten könnten angesichts harten Wettbewerbs und extremen Preisverfalls in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig hergestellt werden. Bis zum Herbst endet die Fertigung in Bayern (wir berichteten). Durch die Verlagerung erziele man die günstigsten Fertigungskosten in Europa. Von gut 200 betroffenen Mitarbeitern sollen 150 im Konzern eine Stelle finden - unter anderem in der ebenfalls in Louisenthal angesiedelten Papierfabrik. Ein Großteil der 50 Millionen Euro Investitionen des vergangenen Jahres sei in die Erweiterung und Modernisierung dieses Werks geflossen, betonte Ottenberg.

Giesecke & Devrient will die Verwaltungskosten weiter straffen. Die Geschäftsführung wurde von sieben auf fünf Posten verschlankt. Man kehre die Treppe von oben, erklärte Ottenberg. Doch weiterer Personalabbau sei nicht geplant. Insgesamt soll die Mitarbeiterzahl im Konzern heuer konstant bleiben. Zuletzt lag sie bei rund 7500, knapp die Hälfte davon in Deutschland.

Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 1,24 Milliarden Euro gestiegen. Der Jahresüberschuss legte etwa gleich stark auf 48,5 Millionen Euro zu. Einen Börsengang schließt Ottenberg aus: "Wir sind ein Familienkonzern und wollen das auch langfristig bleiben."

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