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Für viele Kinder ist der Umgang mit Computern heute selbstverständlich. 

Gigabyte wichtiger als Goethe

Hannover - Vielen Eltern sind Computer-Kenntnisse ihrer Kinder wichtiger als Wissen über Dichter. "Daddeln" könnten die Kleinen zwar, aber produktive IT-Kenntnisse fehlen ihnen oft.

Vielen Eltern ist die Vermittlung von Computerkenntnissen wichtiger als das Wissen über deutsche Dichter und Denker. Das geht aus einer Umfrage von TNS im Auftrag von Microsoft hervor, die am Mittwoch auf der Cebit in Hannover vorgestellt wurde.

Nur 45 Prozent der befragten Eltern hielten die Vermittlung von Kenntnissen über deutsche Dichter und Denker als wichtig oder sehr wichtig, aber 90 Prozent den Umgang mit Computer, Internet und Software. Naturwissenschaftliche Grundkenntnisse wollten immerhin 79 Prozent der Eltern auf jeden Fall in der Schule vermittelt sehen.

Schüler wissen oft mehr über Computer als Lehrer

Wer soll den Schülern den richtigen Umgang mit dem Computer beibringen? 80 Prozent der Schüler gaben an, Lehrer wüssten weniger vom Computer als sie selbst. Von den befragten Lehrern fühlten sich 90 Prozent allein gelassen beim Thema IT-Kenntnisse und gaben an, sie müssten sich das notwendige Wissen selbst beibringen. Dabei sind 83 Prozent dafür, den Einsatz von Computern in der Schule auszuweiten.

Arbeitgeber beklagen fehlende “IT-Kenntnisse“

Wenn es nach den Schülern ginge, dann sollte der Computer im Unterricht nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein. Das ergab eine Schülerbefragung des Jugendmagazins “Spiesser“, wie Henrik Tesch von Microsoft ebenfalls am Mittwoch in Hannover vorstellte. Ganz wichtig sei den Schülern, dass die Computernutzung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen sollte.

Von der Schule erwarten die Schüler, dass diese Kernkompetenzen im Umgang mit der Technik vermittle. Und das ist etwas, was sich auch Unternehmen wünschten. Diese beklagen nämlich, wie Tesch erklärte, dass die Schüler nach dem Schulende oft keine “produktiven IT-Kenntnisse“ haben. “Sie können daddeln“, aber den Computer nicht richtig zur Arbeit nutzen, erklärt Tesch.

apn

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