Glänzende Aussichten für den Mittelstand: Bestes Jahr seit 2000

- München/Frankfurt - Die positiven Nachrichten aus der Wirtschaft häufen sich. Bayern hat zum 12. Mal in Folge ein Rekordjahr bei den Exporten geschafft und die tragende Säule der bayerischen wie deutschen Wirtschaft, der Mittelstand, blickt nach einer KfW-Studie so zuversichtlich in die Zukunft wie zuletzt im Boomjahr 2000.

Im letzten Quartal 2005 legten die Auftragseingänge aus dem Ausland für die bayerische Industrie um acht Prozent zu, teilte Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber mit. "So wie es aussieht, werden wir unsere Erfolgsgeschichte 2006 fortsetzen können." Im Vergleich zum Vorjahr habe die Summe der bayerischen Ausfuhren 2005 um 8,3 Prozent auf 127,8 Milliarden Euro zugelegt und damit einen neuen Höchstwert erreicht. Die Einfuhren in den Freistaat erhöhten sich zugleich um 4 Prozent auf 98,9 Milliarden Euro. Damit kletterte auch der Exportüberschuss um 5,9 Milliarden auf den Rekordwert von 28,9 Milliarden Euro.

Weltweit wichtigstes Abnehmerland für Produkte aus dem Freistaat blieben auch im vergangenen Jahr die USA mit einem Anteil am Gesamtexport von 12,4 Prozent. Die Ausfuhren dorthin nahmen um 6,2 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro zu. Noch kräftiger fiel der Anstieg der Exporte in die Euro-Zone aus, die um 9,7 Prozent zulegten auf ein Volumen von 51,1 Milliarden Euro. Ihr Anteil an den bayerischen Gesamtausfuhren erhöhte sich damit auf 40 Prozent. In die EU-Partnerstaaten einschließlich Osteuropa, Zypern und Malta lieferte die bayerische Wirtschaft Waren für 76,9 Milliarden Euro und damit 9,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Zweitwichtigstes Abnehmerland war erneut Italien, auf Platz drei löste Österreich Großbritannien ab. Unter den neuen EU-Ländern entwickelten sich Ungarn und Polen als Abnehmer bayerischer Waren besonders dynamisch.

Dagegen gab es im Außenhandel mit China einen deutlichen Rückgang um 8,8 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. "Hier dürfte sich vor allem die restriktive Investitionspolitik der chinesischen Regierung niedergeschlagen haben", hieß es. Auch viele kleinere und mittelgroße Unternehmen haben vom günstigen Klima auf den Weltmärkten profitieren können, freute sich Erich Greipl vom Landesverband Groß- und Außenhandel Bayern.

Der deutsche Mittelstand wird nach der KfW-Studie 2006 das beste Jahr seit dem Boom des Neuen Marktes erleben. Besonders gut sei die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe, im Großhandel und bei Dienstleistern. Dagegen stünden Einzelhandel und Bau wegen ihrer Orientierung auf den deutschen Markt weiter auf der Schattenseite. Der Mittelstand sei wieder bereit zu investieren, werde aber 2006 dennoch keine neuen Stellen aufbauen: Nur jeder zehnte Mittelständler plane im ersten Halbjahr eine Aufstockung seines Personals, knapp jeder fünfte wolle Stellen abbauen. Laut einer Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes sind 70 Prozent aller Beschäftigten und mehr als 80 Prozent aller Auszubildenden in mittelständischen Firmen tätig. "Die Lage des Mittelstandes entwickelt sich erfrischend positiv", heißt es dort. Er habe 2005 die Talsohle durchschritten. Dennoch gehen auch die meisten befragten Sparkassen nur von einer unveränderten Arbeitsplatzentwicklung aus.

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