Gläubiger: Geringe Chancen für Saban bei ProSiebenSat.1

- Frankfurt/München - US-Milliardär Haim Saban hat nach Einschätzung von Gläubiger- und Unternehmenskreisen derzeit geringe Chancen auf eine Übernahme von Deutschlands größtem TV-Konzern ProSiebenSat.1. "Es ist neben Saban auch noch eine ganze Reihe von Finanzinvestoren interessiert", hieß es bei einer Gläubigerbank. Saban habe nur eine Chance, wenn er einen guten Preis biete und die Finanzierung gesichert sei.

<P></P><P>Auf eine monatelanges Hin und Her würden sich Banken und Insolvenzverwaltung nicht noch einmal einlassen. Ein schneller Verkauf sei nicht zwingend. Die Übernahme der insolventen KirchMedia durch Saban war vor sechs Wochen gescheitert. Nun will Saban einen neuen Anlauf zum Kauf von ProSiebenSat.1 übernehmen. "Natürlich ist die Lust auf Saban bei Gläubigern und KirchMedia nicht mehr so groß", hieß es in Gläubigerkreisen. Wenn Saban aber genug Geld auf den Tisch lege, sei ein Verkauf grundsätzlich vorstellbar. In diesem Fall müsse aber alles passen.</P><P>Insolvenzverwaltung und KirchMedia-Geschäftsführung wollen die ProSiebenSat.1 Media AG nach bisherigen Plänen eigentlich erst in ein oder zwei Jahren verkaufen. Vorher soll das Unternehmen mit einer Kapitalerhöhung für die Investoren attraktiver gemacht werden. Dieser Weg sei trotz des neuen Interesses von Saban nach wie vor die wahrscheinlichere Variante, hieß es in Unternehmenskreisen. "Management und Gläubiger sind in einer komfortablen Situation. Es besteht kein Handlungsdruck."</P><P>In Branchenkreisen wurde aber betont, Sanierer Hans-Joachim Ziems habe kein persönliches Interesse, die Geschäfte bei ProSiebenSat.1 in Eigenregie zu führen. "Ziems hat überhaupt kein Interesse, ins operative Geschäft zu gehen." Er wolle auch nicht vom Aufsichtsrat in den Vorstand wechseln. Es hatte Spekulationen gegeben, Ziems und Insolvenzverwalter Michael Jaffé hätten Geschmack gefunden am Mediengeschäft und seien an einem schnellen Verkauf daher nicht unbedingt interessiert.</P>

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