IfW glaubt an höheres Wirtschaftswachstum

- Kiel - Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Konjunkturprognose für Deutschland zwar erneut angehoben, sieht aber in den höheren Ölpreisen einen Dämpfer für weiteres Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2004 um 1,9 Prozent wachsen, teilte das Kieler Institut mit. Erst im Juni hatten die Wirtschaftsforscher ihre Prognosen wegen der kräftigen Auslandsnachfrage von ursprünglich 1,6 auf 1,8 Prozent angehoben. Für 2005 erwartet das IfW 1,2 Prozent statt 1,3 Prozent Wachstum.

<P>Der hohe Ölpreis dürfte dazu führen, dass die Konjunktur in der zweiten Hälfte dieses Jahres etwas schwächer verläuft als bisher erwartet, schreiben die Konjunkturexperten. "So wird die Inlandsnachfrage gedämpft, und die Konjunktur im Ausland leidet ebenfalls unter dem höheren Ölpreis." Auch für das kommende Jahr zeichne sich ein weiteres Nachlassen der Auftriebskräfte ab. "Insbesondere werden sich die Zuwächse beim Export angesichts einer etwas langsameren Gangart der Weltkonjunktur abflachen."</P><P>Die Wiederaufnahme irakischer Exporte über die Türkei und die geringer als erwartet ausgefallenen Hurrikan-Schäden in den USA haben indes den Ölpreis gestern sinken lassen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete zuletzt 40,48 US-Dollar und damit 28 Cent weniger als bei Handelsschluss am Vortag. US-Öl verbilligte sich um 41 Cent auf 42,90 Dollar. Nach Einschätzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) geht bis zu einem Drittel des aktuellen Preises auf das Konto der unsicheren weltpolitischen Lage. "Was wir derzeit erleben, ist eine politische Prämie von 10 bis 15 Dollar je Barrel", sagte Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro.<BR></P>

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