Gleiches Angebot für Männer und Frauen

- Brüssel - Eine Frau lebt durchschnittlich rund viereinhalb Jahre länger als ein Mann, fährt aber laut Statistik vorsichtiger Auto. Diese Unterschiede der Geschlechter machen sich bei Versicherungstarifen bemerkbar. Das soll sich jetzt ändern, wenn es nach der EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou geht. Sie fordert in der EU Unisex-Tarife bei privaten Versicherungen - trotz massiver Kritik aus der Versicherungswirtschaft. Entsprechende Richtlinien will sie heute in Brüssel vorschlagen.

<P>Ziel sei, grundsätzlich Diskriminierungen auf Grund des Geschlechts beim Kauf von Dienstleistungen und Gütern zu unterbinden, hieß es aus der Behörde _ gleiches Angebot für Mann und Frau.</P><P>Das Gesetz würde dann zum Beispiel Krankenversicherungen untersagen, höhere Prämien für Frauen zu kalkulieren, um das Schwangerschaftsrisiko einzukalkulieren. Auch die Tarife in der Rentenversicherung müssten gleichgesetzt werden. Hier zahlen derzeit Frauen wegen ihrer längeren Lebenserwartung mehr. Bei der Risikolebensversicherung dagegen müssten Frauen die höheren Tarife der Männer mittragen.</P><P>Unterschiedliche Tarife seien keine Diskriminierung sondern eine Differenzierung, heißt es in einer Aufstellung von Fakten und Argumenten zu diesem Thema, die der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Internet anbietet (www.gdv.de). Laut Peter Schwark, Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim GDV, könnte eine Neuregelung zum Beispiel einen Preisanstieg für Frauen von bis zu 80 % bei der Risikolebensversicherung bedeuten. "Es kann hier keine Gewinner geben", sagt er und meint nicht nur die Verbraucher.Technisch wäre diese Regelung für die Versicherungen laut Schwark zwar durchführbar. Aber: </P><P>Verbraucher werden wohl zu ihrem Nachteil kalkulierte Versicherungen, die nicht zwingend nötig sind, ausschließen, befürchtet Schwark. "Ohne Auswirkung auf die Märkte funktioniert so etwas nur in Zwangssystemen."</P><P>Grundsätzlich sei eine solche Gleichstellung dem privaten Versicherungsrecht fremd, weiß Frank Braun vom Bund der Versicherten (BdV). Oft seien die Verträge zwar privat, aber - Beispiel Riester-Rente - staatlich gefördert. Je mehr also der Staat privaten Versicherungsschutz vom Bürger verlangt, desto eher sei es im Hinblick auf den Solidargedanken gerechtfertigt, Einheitstarife zu fordern, glaubt Braun.</P>

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