Die Schultern hochgezogen, die Stimme donnernd – so schlüpfte Helmut Schleich bei der Geburtstagsfeier der BayWa in die Rolle des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Innenminister Joachim Herrmann (li.) musste dessen beißenden Spott lachend ertragen. Für BayWa-Chef Klaus Josef Lutz war das Vergnügen dagegen ungetrübt.

Zum 90-jährigen Bestehen

Ein „Global Player“ in bayerischer Tracht

München – Ein bayerischer Globa Player wird 90: Die BayWa feiert Geburtstag - im Hofbräuhaus, mit 600 Gästen und Helmut Schleich als Franz Josef Strauß.

Baywa ist 90 jahre alt

Ein „Global Player“ in bayerischer Tracht

Das Geburtsjahr 1923 war kein Zufall: Weil in Deutschland die Hyperinflation wütete, wollte die „Bayerische-Zentral Darlehenskasse“ ihr Waren-Geschäft von den Finanzdiensleistungen trennen. Die Realwirtschaft von der Finanzwirtschaft, würde man heute sagen. So entstand die „Bayerische Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften“, kurz BayWa. Längst ist aus dem bayerischen Agrardienstleister ein internationaler Agrarhandelskonzern geworden, wie Vorstandschef Klaus Josef Lutz bei der Feier des 90sten Geburtstages im Münchner Hofbräuhaus sagte. Unter den 600 Gästen – fast alle in Tracht – waren auch BayWa-Mitarbeiter aus Neuseeland, wo der Konzern im Obstgeschäft tätig ist.

Dennoch blieb die BayWa stets dem Freistaat verbunden. Und für den steht auch 25 Jahre nach seinem Tod kaum einer so sehr wie die CSU-Legende Franz Josef Strauß. Der Kabarettist und begnadete Imitator Helmut Schleich zog zu den Klängen des Bayerischen Defiliermarschs in den Festsaal ein – wie einst das Original in die Passauer Nibelungenhalle. Ludwig Thomas Engel Aloysius habe ihm gesagt: „Da muaßt hi“, sagte Strauß alias Schleich, und nutzte die Chance, den Vertretern der kraftstrotzenden Regierungpartei eins überzubraten. „Der Innenminister – wie war noch einmal der Name?“, begrüßte er Joachim Herrmann, der die Staatsregierung offiziell vertrat. Die kräftigsten Hiebe bekam der nicht anwesende Ministerpräsident Horst Seehofer ab. „50 plus X, das ist heute 47“, lästerte Schleich und machte sich darüber lustig, dass Seehofer angesichts solcher Zahlen bereits zum König Horst oder Franz Josef II geadelt werde. Die Betroffenen unter den Gästen ertrugen es mit Fassung, der Rest begeistert.

Martin Prem

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