Glos macht Druck auf Strom- und Gaspreise

- Berlin - Strom- und Gaskunden in Deutschland können bald auf fallende Preise hoffen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos kündigte weit reichende Eingriffe in die Preispolitik der Energiekonzerne an, um geringere Kosten für die Nutzung der Transportnetze zu erzwingen. "Unser Ziel sind faire Netzentgelte für die Verbraucher." Dafür sollen den Betreibern von 2009 an Einnahme-Obergrenzen vorgegeben werden, die hohe Effizienz erfordern. Zudem sollen sie die generelle Produktivität bis 2013 um 1,5 Prozent pro Jahr steigern.

 Verbraucherschützer begrüßten die geplante Verordnung, die bis zur Sommerpause verabschiedet werden soll. Aus der Branche kam Kritik. Netzkosten machen rund ein Drittel des Endpreises aus. Die Neuregelung sei ein zentraler Baustein zur Stärkung des Wettbewerbs auf den Strom- und Gasmärkten, sagte Glos. "Künftig muss sich jeder Netzbetreiber am Unternehmen mit der höchsten Effizienz messen lassen." Die Obergrenzen für die Erlöse der Unternehmen sollen in einem bundesweiten Effizienzvergleich ermittelt werden. Auf dieser Grundlage würden "echte Anreize" für effizienten Netzbetrieb gesetzt, nachdem bisher die Kosten des Betriebs der Ausgangspunkt für die Bestimmung der Entgelte waren.

Von mehr Effizienz profitierten Verbraucher, aber auch neue Anbieter. Die Energienetze in der Bundesrepublik gehören den vier großen Konzernen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall Europe sowie mehreren hundert kleineren Betreibern. Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßte die stärkere Regulierung. "Wir gehen davon aus, dass die Strompreise bei einigen Anbietern um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde fallen könnten", sagte ein Sprecher in Berlin. Dies entspräche einem Rückgang um bis zu zehn Prozent.

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