Glos mahnt auf Anuga "Sachlichkeit" bei Preissteigerungen an

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Köln (dpa) - In der Debatte um den Anstieg der Lebensmittelpreise in Deutschland hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zu "Nüchternheit und Sachlichkeit" aufgerufen.

Zur Eröffnung der weltgrößten Nahrungsmittelmesse Anuga am Samstag in Köln sagte Glos, Preiserhöhungen der Industrie wegen gestiegener Rohstoffkosten könnten ohnehin "nicht so einfach auf die Verbraucher weitergewälzt" werden. Die "Aufregung" wegen der Anpassungen sei ihm nicht verständlich. Berichte über angeblich drastische Steigerungen seien unzutreffend. Im ersten Halbjahr 2007 sind die Verbraucher-Preise für Lebensmittel um 2,2 Prozent geklettert, vor allem wegen gewachsener Energie- und Rohstoffkosten für die Ernährungsindustrie.

Der Ernährungsbranche gehe es momentan "insgesamt gut", betonte der Politiker. Das gelte auch für die gesamte deutsche Wirtschaft. Nach einem positiven dritten Quartal sehe die Bundesregierung keinen Anlass, ihre Wachstumsprognosen nach unten zu korrigieren. Auch bei den Lebensmitteln habe sich der Export zum Wachstumsmotor entwickelt. Der Auslandsumsatz der Ernährungsbranche legte in den ersten sechs Monaten 2007 um mehr als 13 Prozent zu. Die Herausforderungen für die Branche nehmen Glos zufolge ebenfalls zu - angesichts steigender Ansprüche der Verbraucher, die gesundes, frisches und schnell zuzubereitendes Essen verlangten.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, hält Preiserhöhungen "in absehbarer Zeit" für unumgänglich. Sie würden aber "in Maßen" erfolgen, Hysterie sie unangebracht. Beim Export von Agrargütern und Lebensmitteln rangiere Deutschland derzeit auf Platz vier, bei den Importen auf Platz zwei.

Auf der fünftägigen Fachmesse zeigen gut 6600 Hersteller aus 95 Ländern ihre Neuheiten. Gesundes Essen steht im Mittelpunkt, ebenso wie so genannte Convenience-Produkte, die sich bequem zubereiten lassen oder gleich verzehrt werden können. 83 Prozent der Anbieter kommen aus dem Ausland, allen voran China, Italien und Spanien. Thailand ist in diesem Jahr Partnerland und mit 146 Ausstellern vertreten. Erwartet werden rund 160 000 Fachbesucher. Zu den Innovationen gehören etwa Antilopensalami, Ess-Knete, Pizzatüten für die Mikrowelle oder immunstärkender Olivenblättertee.

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