Glühbirnen, Signal-Westen und Promille: Alles kann teuer werden

- Millionen Deutsche planen in diesem Jahr, mit dem Auto in die Ferien zu fahren. Oft genug vergessen die Urlauber dabei, dass selbst in europäischen Nachbarländern andere Verkehrsregeln gelten als zu Hause. Egal ob Parkverstöße, Tempoüberschreitungen oder Alkoholdelikte: Wer empfindliche Strafen vermeiden will, sollte sich vor Reiseantritt genauestens über die neuesten Gesetze und Vorschriften seines Ziellandes informieren. Denn Unwissenheit schützt die Urlaubskasse nicht vor hohen Bußgeldern.

<P>Promillegrenzen</P><P>In Rumänien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei liegt die Promillegrenze bei 0,0. Alkohol-Delikte werden hart geahndet. Polen duldet ebenso wie Norwegen und Schweden lediglich 0,2 Promille Alkohol im Blut. Nur in Irland und Luxemburg liegt die kritische Hürde mit 0,8 Promille höher als in den restlichen EU-Staaten (0,5). Eine Sonderregelung gilt auch in der Türkei. Dort darf der Fahrer eines Pkw ohne Anhänger 0,5 Promille Alkohol im Blut haben. Fahrer von Gespannen sollten lieber nichts Alkoholisches trinken: Für sie liegt der Grenzwert bei 0,0.<BR><BR>Auslands-Regel-Abc</P><P>Handy am Steuer - das wird längst nicht mehr nur in Deutschland teuer (40 Euro und ein Punkt in Flensburg). Wer in Italien während der Autofahrt beim Telefonieren ohne Freisprechanlage ertappt wird, muss mit einem Bußgeld von mindestens 68 Euro rechnen. Empfindlich reagieren die Carabinieri auch auf das Fehlen einer Signal-Warnweste, die jeder Autofahrer ab sofort griffbereit mitführen muss. </P><P>Bei einer Panne oder einem Unfall außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen die Insassen das Auto nur noch mit angelegter Warnweste verlassen, sonst ist eine Strafe von 33 Euro fällig. Die Westen werden beim ADAC oder an Tankstellen für etwa zehn Euro verkauft. Wer tagsüber in Italien ohne Abblendlicht fährt, muss ebenfalls 33 Euro Strafe zahlen. Auch in Spanien gilt die Warnwesten-Pflicht. </P><P>Außerdem müssen in jedem Fahrzeug Ersatzglühbirnen vorhanden sein. Wohnmobile dürfen auf Landstraßen statt 80 nur noch 70, auf Schnellstraßen nur 80 und auf Autobahnen 90 statt 100 Stundenkilometer schnell fahren. Verstöße werden hart geahndet: Für zehn km/h über dem Limit droht eine Geldbuße von bis zu 150 Euro. Auch die polnische Polizei fackelt nicht lange: Falschparker müssen dort bereits bei kurzen Zeitüberschreitungen damit rechnen, dass ihr Fahrzeug mit einer Parkkralle stillgelegt wird. Achtung auch in den Niederlanden: Dort kann die Pipi-Pause teuer werden. Über 60 Euro kostet der Gang in die Büsche - fühlen sich andere belästigt, steigt die Strafe sogar auf knapp 100 Euro.<BR><BR>Einreisedokumente</P><P>Da die zehn neuen EU-Staaten vorerst nicht dem Schengener Abkommen über den freien Personenverkehr angehören, wird es an Grenzen weiterhin Kontrollen geben. Zur Einreise genügt nun grundsätzlich der Personalausweis. Wegen möglicher Anfangsschwierigkeiten empfiehlt es sich aber für Polen und die drei baltischen Staaten in den kommenden Wochen zusätzlich einen Reisepass mitzuführen. Durch die EU-Erweiterung ergeben sich neue Außengrenzen, die von den Beitrittsländern besonders sorgfältig gesichert werden. Autofahrer dürften dies vor allem an der stark frequentierten kroatisch-slowenischen Grenze zu spüren bekommen. Hier sollten Urlauber insbesondere bei der Rückreise mit peniblen Kontrollen rechnen.<BR><BR>Erfreulich: Autofahrer, die ein EU-Kennzeichen mit Länderkürzel vorweisen können, müssen kein zusätzliches D-Schild mehr am Wagen anbringen.<BR><BR>Unfall im Urlaub</P><P>Nicht selten haben Geschädigte, die im Ausland unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurden, das Nachsehen. Denn in anderen Ländern reichen die Versicherungssummen meist nicht für schwere Schäden. Ausländische Rechtsordnungen sehen außerdem auch nicht unbedingt die Zahlung eines Schmerzensgeldes oder die Erstattung von Gutachterkosten vor. Um sich Ärger und vor allem eine Menge Geld zu sparen, sollten Pkw-Urlauber deshalb unbedingt eine Auslands-Zusatzversicherung abschließen, die dafür sorgt, dass nicht oder nicht allein verschuldete Unfälle direkt und nach deutschem Recht reguliert werden.<BR></P>

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