Öl und Gold billiger: Experten sehen weiter sinkende Rohstoffpreise

- München - Der Ölpreis fällt. Nicht nur vergangene Woche, sondern nach Prognosen der Opec im ganzen September. Doch auch bei anderen Rohstoffen - zum Beispiel Gold - deutet sich eine Trendwende an. So kostete Opec Öl im Schnitt nach 41,33 Dollar pro Barrel (159 Liter) in der vierten August-Woche vergangene Woche nur noch 38,98 Dollar.

<P>Auch wenn der Preis am Freitag wieder auf 39,11 Dollar stieg , sieht Opec-Präsident Purnomo Yusginatoro eine fallende Tendenz. Als Grund nennt er eine Lösung im Konflikt um den russischen Ölkonzern Yukos sowie einen besseren Schutz der Ölanlagen im Irak.</P><P>Zur Bewachung der Fördertürme und Pipelines im Land hat die irakische Regierung eine 14 000 Mann starke Truppe aufgestellt. Außerdem werden örtliche Clanführer jetzt dafür bezahlt, dass sie auf die Anlagen aufpassen.</P><P>China, dessen hohe Nachfrage allgemein als Grund für die anziehenden Preise der Vergangenheit galt, will die Rolle als Sündenbock nicht annehmen. Zwar bestätigte Zhang Guobao von der staatlichen Entwicklungs- und Reformkommission auf der Welt-Energiekonferenz in Sydney den enormen Energiebedarf des Landes, doch er sagte auch, sein Land werde zu Unrecht an den Pranger gestellt. "In Wirklichkeit ist die internationale Spekulation für den Preisanstieg verantwortlich."</P><P>Die Hoffnung auf spekulative Investoren hat die Edelmetallbranche offenbar nicht mehr. Das "World Gold Council" will den Schmuckabsatz mit einer 10 Millionen US-Dollar teuren Marketingkampagne fördern. Diesen Schritt wertete Wolfgang Wrzesniok-Rossbach Edelmetall-Experte bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in der "Financial Times Deutschland" als Eingeständnis, dass der erhoffte Absatz bei Anlegern hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei und als Abkehr von der schwerpunktmäßig beworbenen Rolle als Investmentmetall. Gestern kämpfte der Goldpreis um die Marke von 401 Punkten, die Charttechnikern als wichtige Unterstützung gilt. Wenn er diese Marke nicht halten kann, müsste es nach ihrer Einschätzung weiter abwärts gehen. Auch bei Silber und Platin sieht Wolfgang Wrzesniok-Rossbach eher sinkende Kurse.</P><P>Ein Absinken der Rohstoffpreise auf frühere Tiefstände allerdings zeichnet sich weder beim Gold noch beim Erdöl ab. Zu groß ist der Rohstoffbedarf der aufstrebenden Schwellenländer.</P><P>Da die Wirtschaft trotz des hohen Ölpreises nicht wirklich schwächelt, wollen die Förderländer den derzeit über sie niedergehenden Geldregen weiter aufrecht erhalten. Es mehren sich die Stimmen, die das Preisband der Opec anheben wollen. Das liegt derzeit bei 22 bis 28 Dollar pro Barrel. Venezuela will beim nächsten Opec-Treffen eine Anhebung auf 28 bis 35 Dollar anregen. Das liegt zwar immer noch deutlich unter den gegenwärtigen Preisniveau. Doch würde diese Anhebung bedeuten, dass die Opec ihre Mitglieder schon zu Förderkürzungen verpflichten würden, sobald der Ölpreis unter 28 Dollar pro Barrel fällt.</P><P>Dieser Wert galt bislang als ökonomisches Alarm-Signal und war Grenze für eine Förderausweitung. Mehr gefördert werden soll nach den Vorstellungen Venezuelas künftig erst, wenn der Preis über 35 Dollar liegt.<BR><BR></P>

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