Bayern, München: Goldbarren in unterschiedlicher Größe liegen bei einem Goldhändler in einem Tresor.
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Das Edelmetall Gold gilt traditionell als sichere Geldanlage.

Edelmetalle als Geldanlage

Goldpreis – von der ersten Goldwährung über den Goldstandard bis zu den wichtigsten Handelsplätzen

Mit schimmerndem Glanz und hoher Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion fasziniert das Edelmetall Gold die Menschen seit mindestens 5.000 v. Chr. – zumindest gibt es seitdem Funde. Gold gilt als wertvolles Metall. Der Goldpreis hängt nicht nur davon ab, wie viel des selteneren Metalls in Umlauf ist. Die Goldpreisentwicklung ist stark von Angebot und Nachfrage geprägt.

  • Schon Kinder schätzen den Goldpreis als hoch ein, da ihnen Märchen und Dagobert Duck den Wert des Edelmetalls vermitteln.
  • Der Goldstandard, auch Goldwährung genannt, hat maßgeblich dazu beigetragen, das moderne Papiergeld zu etablieren.
  • Heute hängt die Goldpreisentwicklung stark von der aktuellen Wirtschaftslage ab, in unsicheren Zeiten steigt der Goldpreis.

London – In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach dem Edelmetall stark gestiegen und der Goldpreis hat deutlich angezogen. Das war vorher anders. Da zeigte sich die Goldpreisentwicklung als schwankend. Wer 1983 Gold gekauft hatte, musste bis 2004 warten, um keine Verluste beim Verkauf zu machen. Mittlerweile steigt der Goldpreis nahezu jedes Jahr. Ob in London, Paris oder Zürich — eine Goldanlage ist für viele Investoren weltweit interessant geworden, wie meist in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

Goldpreis: Vom Edelmetall zu Goldmünzen

Bereits vor 5.000 Jahren schätzten die Menschen die außergewöhnliche Schönheit des Edelmetalls. Sehr wertvoll war Gold damit aber nicht automatisch. Die alten Ägypter beispielsweise schmückten sich und ihre Bauten mit Gold. Allerdings lag der Goldpreis unter dem von Silber. Denn in Ägypten gab es große Goldvorkommen. Silber dagegen musste teuer importiert werden.

Die ersten Goldmünzen mit gleicher Größe und gleichem Gewicht wurden im Auftrag des lydischen Königs Krösus geprägt. Diese mit Prägestempeln versehenen Münzen setzten einen ersten Standard für die Qualität und fungierten als Zahlungsmittel mit Propagandafunktion. Damit entstanden mit diesen ersten Münzen, an denen sich noch die Barrenform zeigte, in Kleinasien die ersten Kurantmünzen. Das Besondere an Kurantmünzen ist, dass der Materialwert den Nominalwert – in diesem Fall dem Goldpreis – entspricht. Im Gegensatz dazu liegt der Wert von Scheidemünzen unter dem Wert des Materials. Das trifft beispielsweise auf die modernen Euro-Münzen zu. Damals war allerdings der Tauschhandel weitverbreitet, weshalb Münzen sich als Zahlungsmittel nicht durchsetzen konnten und die Goldpreisentwicklung kaum relevant war.

Goldpreis: Im Mittelalter schwächelt die Goldwährung

Die Römer brachten Silber- und Goldmünzen nach Westeuropa. Im frühen Mittelalter ging Gold als Zahlungsmittel zurück. Das billigere Silber wurde bevorzugt genutzt, um Waren und Dienstleistungen zu zahlen. Der Goldpreis beeinflusste aber weiterhin den Wert der Silbermünzen. Mit den Kreuzzügen und einem ausgeprägten Fernhandel kamen die Goldmünzen dann wieder.

Das rare Edelmetall verursachte im Spätmittelalter eine lang anhaltende Deflation. Der Rückgang des Bergbaus verhinderte den Abbau ausreichender Edelmetallmengen. Der Bedarf an Gold als Zahlungsmittel lag teilweise um 80 Prozent höher als die vorhandene Menge. Daher wurden die wenigen Goldmünzen gehortet und der Wert wuchs nochmals. Erst der starke Bevölkerungsrückgang durch die Pest und die Einführung großer Goldmengen aus dem neu entdeckten Amerika brachten eine Entlastung der Goldpreisentwicklung und dann eine Inflation.

Goldpreis: Goldmünzen fördern die Papiergeldnutzung

Der hohe stabile Goldpreis trug maßgeblich dazu bei, dass heute Papiergeld als Zahlungsmittel anerkannt ist und als sicher empfunden wird. Der Goldstandard, auch als Goldwährung bezeichnet, entwickelte sich aus den Umlaufmünzen aus Gold. Das funktionierte so: Die Währungsbehörden gaben Papiergeld aus, das sich jederzeit bei der Ausgabestelle wieder gegen Gold eintauschen ließ. So empfanden die Einwohner die Papierwährung als ebenso sicher wie die Goldmünzen, deren Materialwert dem Nennwert entsprach.

Am 04. Dezember 1871 legte Deutschland mit der Reichsgoldmünze den Wert der neuen Währung „Mark“ fest. Mit dem Münzgesetz vom 09. Juli 1873 wurde diese Währung auf alle Landeswährungen angewendet. Damit der Goldstandard verlässlich funktionierte, waren selbstverständlich entsprechende Goldvorräte erforderlich. In Deutschland galt ein Proportionalsystem: Für ein Drittel der sich im Umlauf befindlichen Scheine und Münzen musste Gold hinterlegt sein. Die tatsächlich vorgehaltene Menge an Barren richtete sich nach der Goldpreisentwicklung.

Goldpreis: Geldmengenbegrenzung durch den Goldstandard

Viele halten Münzen, Barren und Goldschmuck für eine sichere Geldanlage. Frei nach dem Motto: Gold ist eine ideale Krisenwährung und wird weltweit angenommen. So einfach ist es nicht. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 ist kein Maßstab, damals war der Goldpreis noch fixiert. Diese sogenannte Goldparität führte zum Beispiel in den USA 1933 dazu, dass der Privatbesitz von Gold verboten war und das Edelmetall gegen einen Festpreis an den Staat abgegeben werden musste. Der Goldstandard gilt übrigens bis heute.

Die Nationalbanken wie die Bundesbank halten große Mengen Gold vorrätig, um die Währung stabil zu halten. In den letzten 30 Jahren ist die Menge des Edelmetalls in der Goldreserve allerdings deutlich gesunken. In früheren Jahren begrenzte die Goldreserve das Geldmengenwachstum, da bis zu 60 Prozent des Gegenwerts des Papiergelds und der Münzen im Umlauf über Gold abgesichert war. Heute sind es im Schnitt nur zehn Prozent und die Goldreserve gleicht lediglich Kursschwankungen der Währung aus, die steigende Goldpreisentwicklung kommt den Staaten dabei entgegen.

Goldpreis und Goldpreisentwicklung: Bretton-Woods-System

Der Zweite Weltkrieg kostete die Staaten in Europa Unsummen und belastete die Kassen schwer. Großbritannien stand zeitweise kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Daher trafen sich Vertreter von 44 Staaten bereits vor Kriegende in der amerikanischen Ortschaft Bretton Woods. Dort schufen sie eine neue internationale Währungsordnung mit einem Wechselkurssystem, das die Vorteile von flexiblen und festen Kursen vereinen sollte.

Die Idee war, den US-Dollar als Ankerwährung zu bestimmen. Alle teilnehmenden Länder vereinbarten für ihre Währungen einen festen Wechselkurs zum Dollar. Gleichzeitig sicherten die USA den Teilnehmern zu, US-Dollar zu einem festen Goldpreis von 35 Dollar pro Feinunze einzutauschen. Eine weitere Goldpreisentwicklung war nicht vorgesehen. Der Internationale Währungsfonds wurde gegründet, um das System zu stabilisieren.

In den ersten Jahren war das System von Bretton Woods sehr hilfreich und stabilisierte den Kapitalverkehr und den Handel auf globaler Ebene. Allerdings zeigten sich schnell die Schwächen von Bretton Woods. Aufgrund der fehlenden Deckungsvorschriften – Bretton Woods sah keinen Goldstandard vor – vergrößerten viele Staaten ihre Geldmengen ungehemmt. Daher scheiterte das System Anfang der 1970er-Jahre.

Goldpreis: Gold als Krisenwährung

Seit sich der Goldpreis nach Angebot und Nachfrage richtet und nicht mehr von Regierungen einzelner Länder festgeschrieben wird, erfreut sich die Goldanlage steigender Beliebtheit. Gold wird wie andere Edelmetalle an der Rohstoffbörse gehandelt. Zu den wichtigsten Angeboten gehören:

  • XAU (Philadelphia Gold and Silver Index)
  • ISIN: XC0009655157 (Goldpreis in Euro)
  • NYMEX (New York Mercantile Exchange, weltweit größte Warenterminbörse)
  • London Bullion Market (weltgrößter Handelsplatz für ungemünztes Edelmetall mit zweimal täglichem Goldfixing)
  • NYSE Arca Gold Bugs Index (in US-Dollar gehandelter Aktienindex mit Gold produzierenden Unternehmen und Gold fördernden Bergbauunternehmen)

Eine Goldanlage als Teil des Portfolios kann sinnvoll sein. Durch die Mengenbegrenzung wird das Edelmetall nie komplett wertlos werden. Allerdings unterliegt die Goldpreisentwicklung großen Schwankungen und erreicht nicht so hohe Renditen wie Aktien. Die Sprünge beim Goldpreis sind an äußere Ereignisse geknüpft. In den 1970er-Jahren stieg der Preis, weil Anleger die hohe Inflation erschreckte. 2008 war die Finanzkrise der Preistreiber. Danach fiel der Goldpreis wieder, bis der Brexit, Handelsstreitigkeiten mit China und Corona für neuerliche Unsicherheit sorgten. Auch die US-Wahl 2020 trägt dazu bei, die Goldpreisentwicklung nach oben anzutreiben.

Goldpreis: Chancen nutzen und die Goldanlage lange halten

Aktuell liegt der Goldpreis bei rund 1.900 US-Dollar pro Feinunze (Stand: Oktober 2020). Bei diesen Werten lohnt sich der Einstieg in den Markt für Edelmetall eher nicht. Bei negativer Goldpreisentwicklung kann der Kauf sinnvoll sein, um einen relativ sicheren Wert in die Geldanlage zu integrieren.

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