Goldbarren: Der Preis für das Edelmetall eilt derzeit von Rekord zu Rekord.
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Goldbarren: Der Preis für das Edelmetall eilt derzeit von Rekord zu Rekord.

Edelmetall

Goldpreis auf Höhenflug: Jetzt noch einsteigen? Was die Experten raten, wer hinter dem steilen Anstieg steckt 

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Der Goldpreis ist auf Höhenflug. Alleine seit Jahresbeginn hat das Edelmetall um gut ein Viertel zugelegt. Auf Jahressicht liegt das Plus inzwischen bei rund 37 Prozent. Viele Anleger fragen sich, ob es für einen Einstieg jetzt schon zu spät ist. Das sagen die Experten.

  • Der Goldpreis ist im Rallye-Modus.
  • Angesichts von Corona-Pandemie und Niedrigzinsen suchen Anleger einen sicheren Hafen.
  • Experten bleiben für Gold zuversichtlich.

München - Am Mittwoch Mittag (29. Juli) notierte der Preis für die Feinunze (31,1 Gramm ) Gold mit 1954 Dollar nahe am Allzeithoch. Aber auch das könnte nur eine Zwischenstation sein. Langfristig trauen Experten dem Edelmetall weiteres Aufwärtspotenzial zu. Zwar müssten Anleger nach den steilen Kursanstiegen nun „Schwankungen durchaus einkalkulieren“, sagt etwa Robert Halver, Chef-Anlagestratege bei der Baader Bank. Doch gebe es „keinen Grund, warum Gold längerfristig nicht noch weiter steigen soll“.

Eugen Weinberg, Chef-Analyst für Rohstoffe bei der Commerzbank sieht das ähnlich. Aktuell gebe es zwar erste Anzeichen für eine Überhitzung. „Mittel- bis langfristig sehen wir für Gold aber noch viel Potenzial nach oben“.

Gold: Zinspolitik der Notenbanken und Inflationssorgen treiben die Nachfrage nach dem Edelmetall

Zur Begründung für ihre Einschätzung zum Goldpreis verweisen Experten auf das Umfeld. Weltweit sorgen sich viele Investoren um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Dazu kommen zahlreiche Konflikte wie der immer heftiger geführte Handelsstreit zwischen China und den USA - und die Niedrigzins-Politik der Notenbanken.

Die Auswirkungen spüren Privatanleger seit längerem. Denn Geld wirft auf dem Sparbuch praktisch keine Zinsen mehr ab, bei ersten Banken müssen Anleger inzwischen sogar Strafzinsen auf ihre Einlagen zahlen. Eine Änderung ist kaum in Sicht. Wegen der weltweiten Rezession infolge der Corona-Pandemie dürften die Zinsen weltweit auf den Tiefständen bleiben, erwarten Analysten.

Goldpreis: Notenbank-Politik schürt Inflationssorgen

Und selbst, wenn sich die Konjunktur im kommenden Jahr in den USA oder Europa tatsächlich aufhellen sollte, scheint eine Zinswende eher unwahrscheinlich. Alleine in den USA liegt die Staatsverschuldung inzwischen bei rund 4000 Milliarden Dollar. Würde die US-Notenbank an der Zinsschraube drehen, hätte dies gravierende Folgen für den US-Haushalt.

Dazu kommt die Angst vor der Wall Street. Denn eine Zinswende könnte die Rallye an den US-Börsen abwürgen. Das dürfte die Fed sorgsam vermeiden. Auch die EZB hat zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass sie keine Zinswende plant und gleichzeitig das Volumen für Anleihekäufe massiv ausgeweitet.

Viele Investoren sehen die Geldschwemme skeptisch. Um ihr Vermögen zu schützen, setzen daher immer mehr Anleger auf Gold. Es wirft zwar ähnlich wie derzeit auch Bankguthaben keine Zinsen ab, gilt aber als zuverlässige Absicherung gegen Inflation und als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Viele Privatanleger bewahren Gold daher sogar zu Hause auf.

Gold: Vor allem ETF-Anleger treiben die Nachfrage

Investoren schichten entsprechend um. Vor allem Gold-ETF-Anleger seien für den jüngsten Preisanstieg verantwortlich, sagt Commerzbank-Analyst Weinberg. Bei physisch besicherten Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) kauft der ETF-Anbieter mit dem Kapital der Anleger die entsprechende Goldmenge ein und lagert sie entsprechend sicher ein.

Alleine seit Jahresanfang hätten ETFs rund 700 Tonnen Gold gekauft, sagt Weinberg. Schätzungen der ING Bank zufolge halten ETFs inzwischen rund 3000 Tonnen Gold - mit einem Marktwert von über 160 Milliarden Euro.

Goldpreis: Die Bank of America sieht bis 2022 ein Kursziel von 3000 Dollar

Kein Wunder, dass die Analysten für den Goldpreis zuversichtlich sind. Zum Jahresende werde der Preis für die Feinunze bei 2050 Dollar liegen, glaubt etwa die DZ Bank. Die Bank of America (BoA) hält auch das nur für eine Zwischenstation auf dem Weg nach oben. 2022, prognostizieren die BoA-Analysten in einer aktuellen Studie, werde der Preis je Feinunze bei 3000 Dollar liegen.

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