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Goldpreis-Rallye: Wo Anleger das Edelmetall kaufen können, wie sie dabei Geld sparen

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Schon vor Corona ging der Goldpreis stetig nach oben, aber die Sorge um die Folgen der Pandemie lässt den Kurs jetzt regelrecht explodieren! Wir haben die besten Expertentipps für Ihre Geldanlage.

Am Dienstag Mittag kostete die Feinunze (31,1 Gramm) 1981,27 US-Dollar an der Börse – so viel wie nie zuvor. Der alte Höchststand aus dem Jahr 2011 lag bei 1921 Dollar. Damals tobte an den Finanzmärkten die Euro-Krise und die Anleger suchten in dem als wertstabil geltenden Edelmetall Schutz vor Währungsverlusten, so wie auch heute. Banken und Edelmetallhändler können den Ansturm kaum noch bewältigen. Allein im März verkaufte die Bayern LB 160 Tonnen Gold und Silber – vier Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Soll man jetzt (noch) in Gold investieren? Wie wird sich der Preis entwickeln? Was sollte man beim Kauf beachten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Soll man trotz des hohen Kurses jetzt noch Gold kaufen?

„Ja“, sagt Michael Eubel, Chef der Abteilung Sorten und Edelmetalle der Bayern LB. „Die Gold-Rallye kann uns munter ohne Probleme über 2000 Dollar für die Unze in Richtung 2500 Dollar führen.“ Gabriele Widmann, Rohstoffexpertin der Deka, dem Wertpapierhaus der Sparkassen, sieht das etwas anders. Sie hält es durchaus für möglich, dass es kurzfristig zu einer Korrektur des Goldpreises kommt. Den aktuellen Preis hält sie dennochfür gerechtfertigt.

Was treibt den Goldkurs?

Neben der Corona-Krise die rapide steigende Verschuldung von Staaten (und Unternehmen) und die damit verbundene Angst vor einer Hyperinflation. Hinzu kommt, dass die Corona-Krise auch Auswirkungen auf die Fördermenge hat. Laut dem Interessenverband World Gold Council ist die Minenproduktion in wichtigen Förderländern auf das niedrigste Volumen seit 2015 gesunken. Darüber hinaus spielt die Negativzinsphase eine große Rolle: Expertin Widmann: „Dadurch fällt es nicht mehr so stark ins Gewicht, dass Gold keine Erträge abwirft. Außerdem boomt Gold, weil viele Anleger Angst vor einer Hyperinflation haben. Mit der rechnet Widmann nicht, „doch wegen wohl noch lange Zeit anhaltenden Phase extrem niedriger Zinsen“ sei der Goldpreis auch mittelfristig gut unterstützt.

In welchen Formen kann man Gold kaufen?

Für den Privatanleger kommen in der Regel, weil er das Gold physisch besitzen will, nur Barren und Münzen infrage. Der größte Teil wird jedoch auf Papier verkauft, in Form von Finanzprodukten (z. B. Derivaten) auf Gold. Vor einem Jahr errechneten Experten,dass diese Papiere insgesamt für ein Versprechen auf rund 180 000 Tonnen physischem Gold stehen. 

Wo kauft man Gold ein?

Bei seriösen Anbietern – und nicht irgendwo auf einer Autobahnraststätte. Schnäppchen oder Rabatte gibt es beim Gold nicht, es sei denn, es ist gestohlen oder nicht echt. Bei Händlern ist ein Indiz für ihre Seriosität die Mitgliedschaft im Berufsverband des deutschen Münzhandels.

Gold: Barren oder Münzen?

Das spielt keine Rolle, allerdings sollte man wissen: Je kleiner das Stückchen Gold ist, desto mehr fällt das Aufgeld ins Gewicht. Das hat etwas mit den Produktionskosten zu tun: Einen Ein-Gramm-Barren (Wert 53 Euro) herzustellen, kostet 3,50 Euro, das sind sechs bis sieben Prozent. Einen Ein-Kilo-Barren (Wert 53 000 Euro) zu fertigen, kostet 18 Euro. Das sind nur 0,029 Prozent.

Gold: Lohnt es sich, Preise zu vergleichen?

In jedem Fall. Dafür bietet sich das Vergleichsportal gold.de an. Dort klickt man z. B. die gewünschte Münze an und kann dann unter 200 bis 300 Anbietern auswählen. Die schicken einem das Gold dann zu. Wer anonym bleiben will, muss sich sein Gold aber persönlich abholen. 

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