Goldene Zeiten für Dividendenjäger: Dax-Firmen schütten so viel aus wie nie

- Dividendenjäger erwartet in den nächsten Monaten ein Geldsegen. Nach einer Prognose der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) schütten allein die 30 Dax-Unternehmen in diesem Jahr das Rekordvolumen von 21 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus. Das entspricht einem Plus von nahezu 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und die Perspektiven für die Anleger sind nach Ansicht der Experten weiterhin günstig.

Dividendenstarke Titel für vorsichtige Anleger

An der Spitze der Dividendenstars steht der Studie zufolge der Versorger Eon mit einer Dividendenrendite von 7,7 Prozent, die allerdings abzüglich der Sonderdividende auf 3,0 Prozent sinkt. Auf weiteren Plätzen folgen die Telekom (5,6 Prozent) sowie Thyssen-Krupp und Tui mit Renditen im Bereich von vier Prozent. Die Dividendenrendite, also der prozentuale Anteil der Ausschüttung im Verhältnis zum Börsenkurs, beträgt im Dax rund 2,5 Prozent. Noch höher liegt die Rendite mit 3,1 Prozent beim Euro Stoxx 50, dem Index mit den wichtigsten europäischen Blue Chips.

"Dividendenstarke Aktien sind solide Werte und insbesondere für sicherheitsorientierte Anleger eine Empfehlung", sagt Roland Aulitzky vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest. Besonders in Niedrigzinsphasen seien Dividendentitel eine echte Empfehlung. Und es sei ein Vorurteil, dass hohe Dividenden mit einer schwachen Performance erkauft werden müssten, da die Unternehmen ihre Gewinne auszahlten, statt sie zu investieren. "Es gibt durchaus dividendenstarke Titel mit ansehnlichen Kurssteigerungen", betont Aulitzky.

Wer bei der Aktienauswahl relativ auf Nummer Sicher gehen will, der sollte sich an Blue Chips aus dem Dax oder dem Euro Stoxx 50 halten. Aber auch in anderen Indizes wie dem M-Dax gebe es dividendenstarke Unternehmen, betont Aulitzky. Grundsätzlich sei es empfehlenswert, bei der Aktienauswahl die Dividendenpolitik des jeweiligen Unternehmens über mindestens fünf Jahre zurückzuverfolgen.

Währungsrisiko bei Auslands-Investment

Die LBBW-Studie zeigt auch, wie lohnenswert Dividendentitel bei langfristiger Anlage sein können. So kamen seit dem Start des Dax im Jahr 1988 bis heute 60 Prozent des Gewinns durch Kurssteigerungen zu Stande, 40 Prozent sind auf Dividendeneffekte zurückzuführen. Bei einem Investment in dividendenstarke Aktien profitierten Anleger noch stärker von diesem Effekt, betont LBBW-Analyst Frank Schallenberger und verweist auf eine Beispielrechnung: So würde der Dax bei einer angenommenen Dividendenrendite von 2,5 Prozent in den nächsten zehn Jahren allein auf Grund der Ausschüttungen um etwa 28 Prozent oder fast 1600 Punkte steigen. Ein Depot aus den fünf dividendenstärksten Dax-Werten, die derzeit im Schnitt 4,1 Prozent Dividendenrendite bieten, würde um 50 Prozent zulegen.

Wer nicht direkt in Aktien investieren will, der hat die Wahl unter verschiedenen Fonds und Zertifikaten, die in dividendenstarke Titel investieren. Dazu zählen auch Zertifikate auf den Div-Dax, der vor einem Jahr gestartet ist. Er beinhaltet die 15 Titel mit der höchsten Dividendenrendite aus dem Dax und wird einmal jährlich neu zusammengestellt.

Auch außerhalb des Euro-Raumes locken Unternehmen mit ansehnlichen Dividenden. Hier sollten Anleger jedoch vorsichtig sein, denn die Wertentwicklung kann durch Währungseinflüsse stark beeinflusst werden, so Schallenberger.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aldi-Rückruf: Salmonellen in Salami entdeckt
Wegen eines Salmonellen-Fundes ist die ausschließlich bei Aldi Nord verkaufte Salami Piccolini zurückgerufen worden.
Aldi-Rückruf: Salmonellen in Salami entdeckt
Dax geht erstmals über 13 000 Punkten ins Ziel
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Montag erstmals über 13.000 Punkten geschlossen. Beim Stand von 13.003,70 Zählern und einem Plus von 0,09 Prozent ging der deutsche …
Dax geht erstmals über 13 000 Punkten ins Ziel
Daimler muss mehr als eine Million Autos zurückrufen
Wegen defekter Kabel an der Lenksäule will Daimler weltweit mehr als eine Million Autos in die Werkstätten zurückrufen. Fatal: Der Airbag kann durch das Problem …
Daimler muss mehr als eine Million Autos zurückrufen
Mitarbeiter von Air Berlin protestieren für Zukunft
Bei der insolventen Air Berlin bangen Tausende um ihren Arbeitsplatz, der Ärger richtet sich auch gegen Konzernchef Winkelmann. Wird Fliegen nun für viele Menschen auch …
Mitarbeiter von Air Berlin protestieren für Zukunft

Kommentare