"Goldener Herbst" in Bayern, doch zur Wende reicht es noch nicht

- München/Nürnberg - Die Trendwende am Arbeitsmarkt ist auch im Oktober ausgeblieben. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte, ging die Zahl der Arbeitslosen zwar um 94 000 auf 4,556 Millionen zurück. Gleichzeitig nahm aber auch die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs weiter ab. Sie lag ersten vorläufigen Hochrechnungen für August zufolge mit 26,25 Millionen um 372 000 unter dem Vorjahr. "Diese Entwicklung macht uns Sorgen", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Von einer Wende könne daher ganz bewusst nicht die Rede sein.

Dennoch hob er "eindeutig positive Tendenzen" am Arbeitsmarkt hervor. So sei der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober stärker ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (minus 40 000) und kräftiger als im Vorjahr (minus 50 000). Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Vergleich zum September von 11,2 auf 11,0 Prozent. "Damit setzt sich die erfreuliche Entwicklung des Sommers fort", betonte Weise. Allerdings hätten geförderte Arbeitsgelegenheiten wie Zusatzjobs bei der Beschäftigungszunahme eine Rolle gespielt.

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Oktober auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr gesunken. Insgesamt waren 455 400 Männer und Frauen ohne Arbeit, das waren 12 500 weniger als im September. Ein Oktober-Rückgang in dieser Größenordnung wurde zuletzt im Jahr 2000 gemessen. Der Geschäftsführer der Regionaldirektion für Arbeit, Franz Prast, sprach deshalb von einem "goldenen Oktober". In den bevorstehenden Wintermonaten könne es jedoch wieder zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen, schränkte er ein.

Die Arbeitslosenquote im Freistaat sank um 0,2 Punkte auf 7,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 6,5 Prozent gelegen.

Positiv bewertete Prast das weiterhin steigende Stellenangebot. Der Bestand an offenen Stellen lag im Oktober mit 56 800 um 53,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Davon entfielen aber mehr als 40 Prozent auf Stellen für Arbeitsgelegenheiten, die so genannten "Ein-Euro-Jobs". In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden den Arbeitsagenturen in Bayern 308 000 freie Arbeitsplätze gemeldet. Das waren 54 800 oder 21,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Wir können bei den Integrationen und Stellenmeldungen in jüngster Vergangenheit Erfolge vorweisen", kommentierte Prast die aus seiner Sicht erfreuliche Entwicklung im Oktober. Nach den Jahrestiefstständen im Herbst müsse aber gerade im saisonabhängigen Bayern wieder mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten gerechnet werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern lag im August mit 4,267 Millionen um 17 300 unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang habe sich zwar weiter verlangsamt. Es sei aber in den nächsten Monaten noch nicht davon auszugehen, dass die Beschäftigung wieder steige. Seit dem Höchststand im Jahr 2001 seien in Bayern 230 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Arbeitslosenquoten im Freistaat bewegten sich im Oktober zwischen 3,5 Prozent in Freising und 10,9 Prozent in Hof. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten fast alle bayerischen Regionen. Nur die beiden südbayerischen Agenturbezirke Traunstein und Weilheim meldeten leichte Zuwächse.

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