Goldener Oktober am Jobmarkt

- München - Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Oktober überraschend stark fortgesetzt. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen sank gegenüber dem September um 153.000 auf 4,085 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte.

Die offizielle Erwerbslosenquote fiel auf 9,8 Prozent und damit erstmals seit knapp vier Jahren wieder unter die Zehn-Prozent-Marke. Besonders gut entwickelte sich die Lage in Bayern, wo nach Worten von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) der kräftigste Oktober-Rückgang seit 27 Jahren registriert wurde.

"Die Herbstbelebung hat den Arbeitsmarkt weiter angekurbelt", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise bei der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen. Doch nicht nur der saisonübliche Effekt und die ungewöhnlich hohen Temperaturen haben die Statistik der Behörde geschönt. Auch die weiterhin rund laufende Konjunktur hat Spuren hinterlassen: So nahm die saisonbereinigte Zahl der Erwerbslosen gegenüber dem Vormonat um 67\x0f000 ab und damit um deutlich mehr, als Arbeitsmarkt-Spezialisten vorab angenommen hatten.

Dies führen Volkswirte vor allem auf den seit einigen Monaten anhaltenden Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zurück.

Nach neuesten Zahlen des statistischen Bundesamtes waren im August rund 25,6 Millionen Menschen in Deutschland in solchen Arbeitsverhältnissen beschäftigt und damit 334\x0f000 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr davor. Am meisten Jobs entstanden sind in dieser Zeit laut BA in Westdeutschland, und zwar vor allem in Berlin, Hamburg und Bayern. Eingestellt haben vor allem Unternehmen der Sektoren Dienstleistungen, Verkehr und Nachrichtenübermittlung. In der Industrie hingegen ging der Stellenabbau unterm Strich weiter.

"Der Arbeitsmarkt hat sich in diesem Jahr besser als erwartet entwickelt", sagte BA-Vorstand Weise. "Bei immer noch vier Millionen Arbeitslosen fällt es mit aber schwer zu sagen, dass die Sache gut läuft." Denoch geht er davon aus, dass die Erholung am Arbeitsmarkt trotz Konjunktur-Dämpfer durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung auch im kommenden Jahr anhält. Ähnlich optimistisch äußerten sich Volkswirte der Commerzbank in einer Mitteilung.

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