Goldman Sachs macht zehn Milliarden Dollar locker

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New York (dpa) - Die Investmentbank Goldman Sachs bekommt vom legendären US-Investor Warren Buffett inmitten der Turbulenzen der Kreditkrise eine Finanzspritze von fünf Milliarden Dollar.

Zusammen mit einer weiteren Kapitalerhöhung verschafft sich die Bank sogar mindestens zehn Milliarden Dollar (6,8 Mrd Euro). Die Börse wertete dies als Vertrauensbeweis für Goldman Sachs angesichts der Probleme durch die Finanzmarktkrise.

Buffetts Holding Berkshire Hathaway steigt über Vorzugsaktien bei Goldman Sachs ein. Der Kaufpreis beinhaltet einen deutlichen Rabatt und liegt mit 115 Dollar je Aktie um acht Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag. Der Multimilliardär bekommt zudem eine Option auf den Kauf weiterer Papiere im Wert von nochmals fünf Milliarden Dollar zum gleichen Preis.

Weitere rund fünf Milliarden Dollar holte sich Goldman Sachs außerdem über die Ausgabe von Stammaktien, wie die Bank am Mittwoch in New York bekanntgab. Die Kapitalerhöhung brachte damit doppelt so viel ein, wie noch am Vorabend angekündigt.

Die Goldman-Sachs-Aktie stieg am Mittwoch zum Handelsstart um gut zwei Prozent auf knapp 128 Dollar. Für die bisherigen Aktionäre bedeutet die Kapitalerhöhung durch neue Papiere eine Verwässerung ihrer bisherigen Anteile. Für Bewegung sorgten auch unbestätigte Medienberichte über einen möglichen Einstieg der drittgrößten japanischen Bank Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) bei Goldman Sachs. Das US-Institut kam in der Finanzkrise bislang vergleichsweise gut weg und schrieb keine roten Zahlen. Allerdings schmolzen die Gewinne zuletzt stark zusammen.

Erst am Montag hatte sich der Wettbewerber Morgan Stanley rund acht Milliarden Dollar frisches Geld besorgt. Die japanische Großbank Mitsubishi UFJ steigt dazu mit bis zu 20 Prozent bei Morgan Stanley ein.

Buffets Holding erhält bei den Goldman-Aktien eine relativ hohe Garantie-Dividende von zehn Prozent. Der 78-jährige Buffett gilt bei den Aktionären von Berkshire Hathaway wegen seines Gespürs für lukrative Investments als "Orakel von Omaha", in Anspielung auf den Sitz seiner Holding im US-Bundesstaat Nebraska. Das Unternehmen zählt mit zahlreichen Beteiligungen zu den erfolgreichsten Investmentfirmen. Buffett selbst ist laut der "Forbes"-Liste der reichste Mensch der Welt.

"Goldman Sachs ist eine außergewöhnliche Institution", sagte Buffett. Goldman-Chef Lloyd Blankfein betonte, der Einstieg des Investors stärke die Kapitalbasis und die Liquidität der Bank weiter.

Die im Zuge der Kreditkrise beiden letzten verbliebenen unabhängigen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley wandeln sich gerade in normale Geschäftsbanken um. Sie geben damit unter dem Druck der US-Behörden weitgehende Freiheiten auf. Sie unterstehen künftig derselben Kontrolle wie andere Banken.

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