Goldman Sachs verlässt Bankenverband IIF

Berlin/New York - Die weltweit führende US-Investmentbank Goldman Sachs ist einem Zeitungsbericht zufolge im Streit aus dem globalen Bankenverband IIF ausgetreten.

Der Grund seien tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über neue Bilanzregeln als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise, berichtet die Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Vorsitzender des Verbandes ist der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann.

Ein Sprecher von Goldman-Sachs bestätigte auf Anfrage in New York den bereits am 2. Juni dieses Jahres erfolgten Austritt aus der Organisation. Zu den Gründen wollte er sich aber nicht äußern. Der Schritt sei ein Rückschlag für die Branche und Ackermann, schrieb die Zeitung. Der IIF-Vorsitzende wolle in der nächsten Woche in Washington ein Konzept zu den Lehren der Branche aus der Finanzkrise vorlegen. Ziel des Verbandes ist es, durch Selbstregulierung schärfere Gesetze zu verhindern.

Der Streit sei an der Frage eskaliert, ob Banken die vorgeschriebenen Bilanzierungsregeln eins zu eins umsetzen und folglich die meisten Wertpapiere und auch Kredite in ihren Beständen zu aktuellen Marktpreisen bewerten sollen. Goldman Sachs lehne den Vorstoß des Verbandes zur Lockerung der Vorschriften strikt ab. Auch die US-Investmentbank Morgan Stanley habe deutliche Skepsis geäußert, sei aber bislang nicht aus dem Verband ausgetreten. Ein IIF-Sprecher wollte sich nicht näher äußern und sagte der Zeitung lediglich, es habe "großen Fortschritt" beim Gesamtkonzept gegeben.

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