Millionär gönnt sich

Aus purem Gold: Das ist die teuerste Corona-Maske der Welt - doch sie hat einen riesigen Makel

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
    schließen

Der Goldpreis hat sich oberhalb von 2000 Dollar je Feinunze stabilisiert. Ein reicher Chinese lässt sich davon nicht abschrecken - im Gegenteil. Er lässt sich eine Corona-Atemschutzmaske fertigen - aus purem Gold.  

  • Der Goldpreis hält sich nach dem steilen Anstieg über der Marke von 2000 Dollar.
  • Ein reicher Chinese lässt sich davon nicht beirren.
  • Er hat eine Corona-Schutzmaske bei einem israelischen Juwelier bestellt - zum Preis von 1,5 Millionen Dollar.

Update vom 10. August, 12.15 Uhr: Der israelische Juwelier Yvel arbeitet an der wohl exklusivsten Corona-Atemschutzmaske der Welt. Die Maske besteht aus 18-Karat-Gold und wird mit 3600 weißen und schwarzen Diamant-Splittern verziert. Der Auftrag für den extravaganten Corona-Schutz zum Preis von 1,5 Millionen Dollar komme von einem in den USA lebenden Chinesen, sagte Yvel-Chef Isaac Levy laut Webseite Voanews.com. 

Bei der Anfrage habe es lediglich zwei Bedingungen gegeben: Die Maske müsse bis Jahresende fertig sein und „die teuerste der Welt“ sein. „Die zweite Bedingung war am einfachsten zu erfüllen“, so Levy. Gold hat gerade eine steile Rallye hingelegt und ist in der Spitze bis auf 2061 Dollar je Feinunze (ca. 31,1 Gramm) gestiegen.

Gold: Maske mit Top-Filter

Damit die Goldmaske den Eigentümer nicht nur glänzen lässt, sondern auch einen wirksamen Schutz vor dem Virus bietet, erhält sie Filter nach dem Schutzstandard N99. Er soll 99 Prozent aller Partikel in der Atemluft blockieren.

Allerdings dürfte der exklusive Auftritt für den Auftraggeber nicht allzu angenehm werden. Die Maske werde insgesamt 270 Gramm wiegen, sagte Levy. Normale Schutzmasken kommen dagegen gerade mal auf drei Gramm.

Goldmaske (Symbolfoto)

Goldpreis-Rallye geht weiter – Erste Experten werden nervös: „Korrektur wahrscheinlich“

Update vom 6. August, 14.52 Uhr: Die jüngste Goldpreis-Rallye sorgt bei ersten Analysten allmählich für Unbehagen. Die Dynamik des jüngsten Preisanstiegs bei dem Edelmetall nehme „mittlerweile exzessive Ausmaße an“, schreibt Commerzbank-Rohstoff-Analyst Carsten Fritsch in einer aktuellen Studie. Eine Korrektur werde „daher zunehmend wahrscheinlich“.

Andere Experten zeigen sich dagegen weiter optimistisch. „Wir bekräftigen unser Preisziel von 3000 Dollar auf Sicht von 18 Monaten“, schrieben die Analysten der Bank of America am Mittwoch (5. August).

Der Preis für die Feinunze Gold (ca. 31,1 Gramm) erreichte mit 2064,69 Dollar am Donnerstag ein weiteres Rekordhoch. Alleine in den vergangenen 30 Tagen hat das Edelmetall damit rund 15 Prozent zugelegt, seit Jahresanfang liegt das Plus inzwischen bei rund knapp 35 Prozent.  

Goldpreis Rallye geht weiter – Kommt jetzt die Korrektur? Das sagen die Commerzbank-Experten

Erstmeldung vom 5. August 14.29 Uhr: München - Erst am Dienstagabend (4. August) hatte der Goldpreis* erstmals in seiner Geschichte die psychologisch wichtige Marke von 2000 Dollar geknackt. Alleine seit Jahresanfang hat Gold* damit um rund ein Drittel zugelegt. Auch der Preis für Silber setzte seine Rallye fort und notierte am Mittwoch mit einem Preis von 26,89 Dollar auf dem höchsten Stand seit April 2013.

Zur Begründung für die jüngsten Kursgewinne verwies die Commerzbank auf „die Erwartung weiterer Stimulierungsmaßnahmen“ von Zentralbanken und vielen Regierungen in der Corona-Pandemie.

Hinzu komme „der schwache US-Dollar“, schreibt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch in einer aktuellen Studie. Weil Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht eine schwache US-Währung das Edelmetall in Ländern außerhalb des Dollarraums günstiger.

Gold wird auch gegenüber Staatsanleihen immer attraktiver

Außerdem verlören die wegen ihrer Zinscoupons lange als sichere Häfen beliebten Staatsanleihen an Attraktivität. Der „große Nachteil von Gold gegenüber Anleihen, keine Zinsen zu zahlen“ werde im Niedrigzinsumfeld, „eliminiert“, schreibt der Commerzbank-Edelmetall-Experte.

Der jüngste Preisanstieg beim Gold spiegelt die steigenden Befürchtungen vieler Investoren vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wider. Um die Corona-Rezession zu bekämpfen, haben die Industrie-Nationen milliarden-schwere Hilfspakete aufgelegt. Gleichzeitig fluten die wichtigsten Notenbanken wie die EZB oder die US-Notenbank Federal Reserve die Märkte seit längerem mit billigem Geld.

Bei vielen Anlegern wächst daher die Furcht vor steigenden Inflationsraten. Um ihr Vermögen abzusichern,* greifen viele daher zu Gold. Das Edelmetall hat über Jahrtausende seinen Wert behalten und wird daher von vielen Anlegern als Inflationsschutz geschätzt.

Neben direkten Goldkäufen greifen viele Investoren dabei auch auf sogenannte physische Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) urück. Dabei kauft der Emittent des Gold-ETFs mit dem Geld des Anlegers zum aktuellen Tagespreis eine entsprechende Goldmenge am Markt und lagert es für den Anleger ein.

Gold: Mittelzuflüsse bei ETFs treiben den Preis

Laut Commerzbank haben die Gold-ETFs inzwischen seit 28 Tagen in Folge mehr Zu- als Abflüsse verzeichnet. Bis zur Einstellung des jüngsten Rekords von Anfang Juni fehle „nur noch ein Tag“, schreibt Fritsch.

Angesichts dieses Umfelds rechnen die Experten mit weiteren Kursgewinnen. „Aktuell“, schreibt etwa Commerzbank-Analyst Fritsch, „spricht wenig für ein Ende des Höhenflugs“. *Merkur.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Auch interessant

Kommentare