Golf-Geländewagen-Gespräche dauern an

- Wolfsburg - Die Verhandlungen bei Volkswagen über den Produktionsstandort für den neuen Golf-Geländewagen sind am Montag in Wolfsburg fortgesetzt worden. Die entscheidende Gesprächsrunde zwischen Management und Arbeitnehmerseite dauerte am Abend an. Über den Stand der Verhandlungen schwiegen sich beide Seiten aus. Die VW-Spitze hatte im Vorfeld damit gedroht, den Wagen nicht wie geplant im Stammwerk Wolfsburg, sondern in Portugal zu bauen, wenn Betriebsrat und Gewerkschaft nicht zu Zugeständnissen bei den Personalkosten bereit sind.

Es wurde damit gerechnet, dass sich die Verhandlungen bis in die Nacht hinziehen könnten. Management und Arbeitnehmerseite haben sich darauf verständigt, Ergebnisse erst am Dienstagmorgen gegen acht Uhr mitzuteilen, wie Sprecher am Abend in Wolfsburg sagten.

Die Verhandlungen gelten als wegweisend für die künftige Produktion und Entlohnung bei VW in Deutschland. VW will mit dem neuen Geländewagen, der 2007 auf den Markt kommen soll, seine Modellpalette auf einem wichtigen Feld erweitern.

Die IG Metall, die mit am Verhandlungstisch sitzt, hatte im Vorfeld Kompromissbereitschaft signalisiert. Bezirksleiter Hartmut Meine sagte, am Ende müssten aber "sowohl ein Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze bei Volkswagen als auch Lösungen im Interesse der Beschäftigten erreicht werden".

Die VW-Spitze will die Produktionskosten für den Geländewagen deutlich senken. Nur dann könne das Auto im harten Konkurrenzkampf zu attraktiven Preisen angeboten und profitabel in die USA exportiert werden. 2000 Euro pro Auto sind bereits eingespart worden - etwa bei Marketing- und Vertriebskosten. Nun sollen zusätzlich 850 Euro bei den Personalkosten herausgeholt werden. Im VW-Werk in Portugal wäre eine Fertigung nach VW-Darstellung nach derzeitigem Stand um gut 1000 Euro je Einheit billiger als in Wolfsburg.

Die Arbeitnehmerseite soll nach dem Willen des VW-Managements einer Produktion zu Bedingungen zustimmen, die im Kern bereits für die Fertigung des Touran in der Auto 5000 GmbH gelten. Dies würde geringere Löhne und andere Arbeitszeiten bedeuten. Nach VW-Darstellung könnten rund 1000 Arbeitsplätze in Wolfsburg gesichert werden, wenn der Geländewagen im Stammwerk gebaut würde.

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