Google verdoppelt Jahresgewinn

Hohe Werbeeinnahmen: - Mountain View - Der weltgrößte Internetsuchmaschinen-Betreiber Google Inc. hat seinen Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr mehr als verdoppelt und seine Hauptkonkurrenten Yahoo und Microsoft klar in den Schatten gestellt.

Dank eines rasanten Anstiegs bei den Werbeeinnahmen kletterte der Überschuss auf 3,1 Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro) gegenüber 1,5 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Jahresumsatz erhöhte sich ebenfalls massiv auf 10,6 (Vorjahr: 6,1) Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn pro Aktie erreichte dem Unternehmen mit Sitz in Mountain View (Kalifornien) zufolge 9,94 (5,02) Dollar. Die Google-Aktien fielen nachbörslich allerdings um 1,64 Prozent auf 493,28 Dollar, da viele Investoren noch bessere Ergebnisse erwartet hatten.

Im Schlussquartal konnte Google den Gewinn sogar verdreifachen. Im Oktober-Dezember-Abschnitt verdiente der Suchmaschenanbieter 1,0 Milliarden Dollar nach 372 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Google-Gewinn pro Aktie erreichte 3,29 (1,22) Dollar. Der Quartalsumsatz erhöhte sich um 67 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Konzernchef Eric Schmidt hob die starke Auslandsexpansion hervor. Google gewinne in fast allen Ländern Marktanteile. "Unser internationales Geschäft hat bereits einen wichtigen finanziellen Beitrag zu unserem Umsatz, Gewinn und zu unserer Werbung geleistet", sagte Schmidt in einer Konferenzschaltung mit Analysten.

Der Google-Auslandsumsatz erreichte im Oktober-Dezember-Abschnitt 1,4 Milliarden Dollar und brachte es damit auf einen Anteil von 44 Prozent am Gesamtumsatz gegenüber nur 38 Prozent in der entsprechenden Vorjahreszeit. Die europäischen Märkte hätten im Berichtsquartal besonders gut abgeschnitten, betonte Finanzchef George Reyes. "Besonders Deutschland und Frankreich zeigten erhebliche Stärke, vor allem im Einzelhandelssektor", erklärte er.

Die Google-Web-Sites steuerten rund zwei Milliarden Dollar zum Quartalsumsatz bei oder 80 Prozent mehr als im Schlussquartal 2005. Sie verbuchten damit 62 Prozent des Gesamtumsatzes. Die auf den Web-Sites der Partnerfirmen verbuchten Umsätze stiegen um 50 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. In anderen Worten: Google expandiert mit seinem eigenen Suchanzeigengeschäft rascher als über die Web-Sites von Partnerfirmen, die Google bezahlen muss.

Die Einnahmen, die Google an seine Partnerfirmen abgeben musste, erreichten 976 Millionen Dollar oder 31 Prozent der Werbeeinnahmen. Google hatte am Jahresende 10 674 Mitarbeiter gegenüber 9378 Vollzeitbeschäftigten am 30. September 2006.

Google versucht aber auch massiv in andere vielversprechende Werbebereiche vorzudringen, wie in das Video-, Print-, Rundfunk- und Fernseh-Werbegeschäft. Google hatte kürzlich 1,65 Milliarden Dollar für die Video-Website YouTube hingeblättert. Schmidt hob hervor, dass die gezielte Werbetechnologie, die Google erfunden habe, für die Fernseh-, Radio- und Video-Werbung vielversprechend sei. Bisher ist Google aber fast ausschließlich auf die Anzeigen angewiesen, die neben den Internet-Suchergebnissen seiner Kunden erscheinen. Die Anzeigenauftraggeber zahlen nur, falls ein Onlinesucher sie anklickt.

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