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Anleger sind enttäuscht

Googles Quartalszahlen fallen an der Börse durch

Mountain View - Der Internet-Riese Google ist eine Geldmaschine, doch der wichtigste Profittreiber Online-Werbung verliert an Dynamik. Deshalb fiel der Gewinn zuletzt niedriger als erwartet aus.

Google verdient weiter Milliarden, aber das Geschäft läuft schleppender als erwartet. Im dritten Quartal lag der Gewinn unter dem Strich bei 2,81 Milliarden Dollar (2,2 Mrd. Euro) nach 2,97 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie der Internetkonzern am Donnerstag mitteilte.

Analysten hatten mit steigendem Profit gerechnet. An der Börse fiel die Reaktion entsprechend negativ aus. Zunächst geriet die Google-Aktie mit etwa fünf Prozent ins Minus. Der Kurs fing sich aber wieder und pendelte sich bei gut zwei Prozent im roten Bereich ein.

Finanzzchef Patrick Pichette zeigte sich dennoch zufrieden: „Google hatte eine weitere starke Performance in diesem Quartal“. Sein Unternehmen konnte den Umsatz im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 16,52 Milliarden Dollar ausbauen. „Wir sind weiterhin begeistert über das Wachstum.“

Die Haupteinnahmequelle Online-Werbung sprudelt aber nicht mehr so stark. Die bezahlten Klicks nahmen um 17 Prozent zu, im Vorquartal waren sie noch um etwa ein Viertel gestiegen.

Google macht einen großen Teil seiner Gewinne mit bezahlten Textanzeigen, die bei Suchmaschinen-Ergebnissen besonders prominent platziert werden, und grafischen Anzeigen, sogenannten Bannern. Zudem spielt der zum Konzern gehörende Videodienst Youtube Geld durch Werbeclips ein.

Die Anzeigen zahlen sich aber nicht mehr so aus wie im Vorjahr. Der Preis pro Klick ging um zwei Prozent zurück. Google macht die Verbreitung von Smartphones zu schaffen. Wegen der kleinen Bildschirme und oft langsamen Verbindungen lässt sich mit Werbung weniger verdienen als auf einem PC.

Der Suchmaschinen-Riese buhlt mit Konkurrenten wie Facebook und Yahoo um Online-Werbebudgets. Die beiden Wettbewerber werden ihre Quartalsbilanzen in den kommenden beiden Wochen veröffentlichen. Facebook hatte zuletzt einen massiven Anstieg der Werbeeinnahmen verzeichnet, vor allem im immer wichtigeren mobilen Geschäft.

Google stellt seine Geschäftsbasis allerdings immer breiter auf - beispielsweise mit dem Smartphone-Betriebssystem Android, der Datenbrille Google Glass oder der Online-Bürosoftware Google Apps. Zuletzt machte der Konzern Schlagzeilen mit der Entwicklung selbstfahrender Autos und Drohnen, die Internet in entlegene Regionen der Welt bringen sollen.

dpa

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