„Wenn es Gelegenheiten gibt...“

GoPro streicht noch mehr Stellen - und erwägt den Verkauf

Dreieinhalb Jahre nach dem erfolgreichen Börsengang geht es für den US-Kamerahersteller GoPro stetig bergab.

Das Unternehmen werde 20 Prozent seiner Stellen streichen und aus der Drohnen-Herstellung wieder aussteigen, teilte GoPro am Montag mit. Gründer und Chef Nicholas Woodmann kürzt sein Gehalt auf einen Dollar im Jahr und schloss einen Verkauf nicht aus. 

Der Kurs der GoPro-Aktie an der Wall Street stürzte ab. GoPro werde die Zahl seiner Mitarbeiter von derzeit 1254 auf unter tausend reduzieren, teilte das Unternehmen mit. Schon 2016 und Anfang 2017 hatte GoPro hunderte Stellen gestrichen. Gründer Woodman sagte dem Sender CNBC: "Wenn es Gelegenheiten gibt, sich mit einem größeren Mutterunternehmen zu vereinen, dann ist das etwas, das wir erwägen würden." 

Woodmann: Verbraucherhalten hat sich geändert

GoPro habe bereits die Bank JPMorgan Chase engagiert, um sich über strategische Optionen inklusive eines Verkaufs beraten zu lassen, erfuhr AFP aus infomierter Quelle. Das Weihnachtsgeschäft war für GoPro nicht gut gelaufen. Im vierten Quartal betrug der Umsatz 340 Millionen Dollar (285 Millionen Euro) und damit weit weniger als die 474 Millionen Dollar, die Analysten erwartet hatten. Woodmann sagte, die Verbraucher seien nicht mehr bereit, für die Kameras denselben Preis zu zahlen wie vor einem Jahr. 

GoPro wolle 2018 aber die Wende schaffen. Das 2004 gegründete Unternehmen baut vor allem kleine robuste Kameras, die zum Beispiel an Helme montiert werden können. So können etwa Sportler waghalsige Aktionen filmen, ohne eine Kamera in den Händen halten zu müssen. Lange war GoPro ein Synomym für solche Kameras. Doch die Konkurrenz hat mittlerweile aufgeholt. 

2014 ging das Unternehmen an die Börse. Einen Höhepunkt erreichte der Kurs im Herbst 2014 mit über 90 Dollar. Am Dienstag lag er zeitweise bei 5,04 Dollar.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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