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Gerade auf dem Grauen Kapitalmarkt sind viele Abzocker unterwegs. Wir erklären, welche Warnsignale es gibt.

Grauer Kapitalmarkt: Wie man Abzocker erkennen kann

Auf dem Grauen Kapitalmarkt tummeln sich Tausende dubioser Firmen, die eines gemeinsam haben: Ahnungslosen Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Abzocker lassen sich jedoch schnell erkennen, wie der zweite Teil unserer Serie zeigt.

Erstkontakt

Er erfolgt häufig ohne vorherige Ankündigung über das Telefon oder an der Haustür. Auch unaufgeforderte Angebote per E-Mail werden immer beliebter. Diese sogenannte Kaltakquise ist jedoch gesetzlich untersagt. Davon ließen sich unseriöse Finanzberater aber nicht abschrecken, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Erstkontakt dient in der Regel nur dazu, einen Termin in der Wohnung des Kunden zu vereinbaren. Dort setzen dann psychologisch geschulte Verkäufer alles daran, eine Unterschrift unter einen Vertrag zu bekommen.

Freundschaftsmasche

Anrufer berufen sich häufig auf eine Empfehlung von Verwandten, Bekannten oder Freunden. Bei solchen Anrufen „sollten Sie lieber gleich auflegen“, sagt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Julius Reiter , der auf Kapitalanlagerecht spezialisiert ist. „Der bekannte Name soll Vertrauen erwecken, ist aber noch lange kein Beleg für die Seriosität einer Geldanlage“, so Reiter. Häufig wüssten die als Türöffner benutzten Personen nicht einmal, dass ein „Finanzberater“ ihren Namen für seine Akquiseversuche verwendet.

Superrendite

Mögliche hohe Renditen sind stets mit hohen Risiken verbunden. Trotzdem versprechen unseriöse Finanzverkäufer fast immer hohe Renditen ohne Risiko – natürlich nur mündlich, um nicht dafür haften zu müssen. Experte Reiter rät, versprochene Renditen immer mit denen von Bundeswertpapieren zu vergleichen. Liege die in Aussicht gestellte Rendite deutlich höher, deute dies auf nicht unerhebliche Risiken hin. Großartige Ergebnisse aus der Vergangenheit sollten einen nicht beeindrucken: „Das ist keine Garantie für ähnlich gute Renditen in der Zukunft“, so Reiter.

Geldköder

Auch wenn Verwandte, Bekannte oder Freunde bereits ungewöhnlich viel Geld bei einer empfohlenen Anlage erhalten haben – nicht selten zahlen unseriöse Anbieter zu Anfang die versprochene Rendite aus, um über Mundpropaganda neue Kunden zu gewinnen. Dabei handelt es sich um ein Schneeballsystem: Die angeblichen Gewinne stammen nicht von tatsächlich erwirtschafteten Erträgen, sondern vom Geld der Neukunden.

Altverträge

Beliebt ist es auch, vorhandene Geldanlagen schlecht zu machen. Das gilt besonders für Lebensversicherungen. Die „Finanzberater“ fordern dann den Kunden auf, ihre alten Verträge zu kündigen, um Geld für den Abschluss neuer Verträge übrig zu haben.

Finanzaufsicht

Anbieter werben gerne damit, dass ihr Produkt von der deutschen Finanzaufsicht, der Bafin, geprüft und überwacht werde. Dies sagt allerdings nichts über die Qualität oder die Kosten der Anlage aus. Die Bafin prüft nur, ob bestimmte Formalitäten im Verkaufsprospekt eingehalten wurden.

Steuertrick

Der Steuerspartrieb der Deutschen sei größer als ihr Fortpflanzungstrieb, hat einmal der frühere bayerische Finanzminister Erwin Huber gesagt. Das wissen auch die Geldabzocker – und schwärmen deshalb besonders gerne von Steuervorteilen. „Eine Anlageentscheidung sollte man jedoch nie von einer möglichen Steuerersparnis abhängig machen“, sagt Arno Gottschalk , Finanzexperte der Verbraucherzentrale.

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