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"Made in Germany" ist in Griechenland nicht mehr sehr gefragt.

Griechen meiden Produkte "Made in Germany"

Athen - Auch Deutschlands Exporteure bekommen die Griechenlandkrise zu spüren. Zwar spielt der Handel mit dem Land nur ein untergeordnete Rolle. Doch die Ausfuhren in das Land schmolzen zuletzt deutlich.

Die krisengeplagten Griechen kaufen immer weniger Waren aus Deutschland. 2011 rauschten die deutschen Ausfuhren in das Mittelmeerland im dritten Jahr in Folge in den Keller (minus 13 Prozent). Sie erreichten nur noch einen Wert von etwas über 5 Milliarden Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Ein Jahr zuvor hatten die Griechen noch Waren “Made in Germany“ im Wert von 5,8 Milliarden Euro eingeführt. Insbesondere auf deutsche Autos verzichteten die Hellenen zuletzt.

Wie sehr die tiefen Einschnitte in Griechenland die Nachfrage nach Neuwagen, Maschinen oder Bekleidung belasten, zeigt der Rückblick auf die Zeit vor der Krise: 2008 gaben die Griechen für deutsche Produkte noch rund 8 Milliarden Euro aus - seither brachen die Exporte dreimal in Folge zweistellig ein. Besonders deutlich schrumpfte die Nachfrage nach Autos und Autoteilen. 2008 gaben die Hellenen dafür noch gut 1,4 Milliarden Euro aus, 2011 waren es nur noch rund 368 Millionen Euro.

Nicht ganz so extrem - aber immer noch heftig - musste der deutsche Maschinenbau Federn lassen: Die Exporte der Schlüsselindustrie nach Griechenland sanken im selben Zeitraum von 854 Millionen Euro auf 363 Millionen Euro. “Für den einen oder anderen Hersteller mag das schmerzhaft sein“, sagt Konjunkturexperte Olaf Wortmann vom Branchenverband VDMA. Insgesamt spielt Griechenland mit einem Anteil von 0,2 Prozent an den deutschen Maschinenexporten aber keine große Rolle. Allerdings: 2008 gingen noch 0,5 Prozent der Maschinenbauexporte in die Ägäis.

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Hingegen kauften die Menschen hierzulande zuletzt wieder mehr Produkte aus dem Land, das für Feta und Oliven bekannt ist. Die Einfuhr legte nach vorläufigen Zahlen der Statistiker im Jahresvergleich um 2,6 Prozent zu auf 1,96 Milliarden Euro. Besonders gefragt: Nahrungs- und Futtermittel (351 Mio Euro). Wichtige Standbeine der griechischen Exportwirtschaft im Handel mit Deutschland bildeten zudem pharmazeutische Erzeugnisse (284 Mio Euro) und Metalle (238 Mio Euro).

Mit dem zweiten Plus in Folge ist der kräftige Einbruch aus dem Krisenjahr 2009 (damals minus 14,7 Prozent bei den Lieferungen aus Griechenland) aber noch nicht wieder wettgemacht: 2007 hatten die griechischen Einfuhren nach Deutschland den Rekordwert von rund 2,07 Milliarden Euro erreicht.

Die boomende deutsche Exportindustrie, deren Ausfuhren im März in insgesamt einen Rekordwert erreichten, kann die Flaute im kleinen Griechenland freilich verkraften. Das Land spielt als Handelspartner nur eine untergeordnete Rolle. Allein das Nachbarland Frankreich gab im vergangenen Jahr gut 190 Mal so viel für deutsche Waren aus. Im Ranking der Empfängerländer deutscher Exporte lag Griechenland 2011 auf Platz 38 - hinter der Ukraine und direkt vor Malaysia.

Insgesamt waren die deutschen Exporte im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent gestiegen - und übersprangen erstmals die 1-Billionen-Marke. Auch die Ausfuhren in die Eurozone waren mit 8,4 Prozent deutlich im Plus, die EU-Partner insgesamt kauften 9,9 Prozent mehr Waren aus Deutschland als ein Jahr zuvor.

dpa

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