Griechenland-Anleihen: Deutsche Bank schreibt 155 Millionen ab

Frankfurt - Die Deutsche Bank schreibt 155 Millionen Euro auf ihre griechischen Staatsanleihen ab. Trotz der Schuldenkrise in Europa ist das Unternehmen aber weiter auf Rekordkurs.

In der Abschreibung sind allerdings noch nicht die Auswirkungen des in der vergangenen Woche beschlossenen Rettungspakets enthalten, erklärte ein Sprecher am Dienstag bei der Zahlenvorlage. Die genauen Folgen einer freiwilligen Beteiligung an den Hilfen werde noch geprüft, heißt es im Quartalsbericht.

Die europäische Finanzbranche will im ersten Schritt rund 50 Milliarden Euro zur Griechenland-Rettung beitragen, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Papiere mit längeren Laufzeiten tauscht und dafür Abschläge in Kauf nimmt. Dass die Deutsche Bank sich an diesem freiwilligen Schritt beteiligt, gilt als sicher, schließlich hatte Bankchef Josef Ackermann an der Lösung selbst mitgewirkt. Die Commerzbank hat bereits angekündigt, ebenfalls ihren Anteil zu leisten.

Insgesamt hat die Deutsche Bank ihr Engagement in den von der Schuldenkrise betroffenen Euro-Ländern Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien - den sogenannten PIIGS-Staaten - in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 70 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurückgefahren. Sie hält nun noch griechische Staatsanleihen im Wert von knapp 1,2 Milliarden Euro, Ende 2010 waren es noch 1,6 Milliarden. Am deutlichsten reduzierte der deutsche Branchenprimus sein Engagement in Italien - und zwar von 8 auf nur noch 1,0 Milliarden Euro. Der Bestand spanischer Anleihen ging um rund 1,2 Milliarden auf 1,1 Milliarden Euro zurück. Dagegen baute die Bank ihr Engagement in Irland leicht auf knapp 300 Millionen und in Portugal auf 150 Millionen Euro aus.

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Trotz der Schuldenkrise in Europa sieht sich die Bank aber weiter auf Rekordkurs. Im zweiten Quartal stieg der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber lediglich um drei Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie die Bank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten mit einem etwas besseren Ergebnis gerechnet. Dabei konnte sich der deutsche Branchenprimus nach eigenen Angaben den Folgen der Schuldenkrise nicht entziehen. Das führte besonders im Investmentbanking zu Rückschlägen. Dagegen legte das Privatkundengeschäft dank der Übernahme der Postbank kräftig zu.

Die Erträge des Konzerns stiegen um 19 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn stieg um 17 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Das Institut bestätigte sein ambitioniertes Ziel, in diesem Jahr im operativen Geschäft vor Steuern erstmals zehn Milliarden Euro zu verdienen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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