Griechenland: Demonstrationen eskalieren

Athen - Am Rande der Massenproteste gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung ist es am Mittwoch in Athen zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Mit Massendemonstrationen und einem landesweiten 24-Stunden-Streik haben die Griechen gegen das neue Sparpaket der Regierung protestiert. Weite Teile des öffentlichen Lebens des Mittelmeerlandes waren am Mittwoch lahmgelegt. Die Lage in Athen spitzte sich dramatisch zu: Am Rande großer Demonstrationen lieferten sich extreme Gruppen in Zentrum der griechischen Hauptstadt Straßenkämpfe mit der Polizei. Jugendlichen warfen Brandbomben und Steine, die Polizei setzte Tränengas ein. Auf dem zentralen Syntagma-Platz standen mehrere Mülleimer in Brand, Tische und Stühle umliegender Cafés lagen auf der Straße.

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Zuvor war die Demonstration mit mehr als 25.000 Teilnehmern noch weitgehend friedlich verlaufen. Die Ausschreitungen in Athen starteten, als Autonome und Rechtsextremisten mit Latten und Schlagstöcken aufeinander losgingen. Viele friedliche Demonstranten verließen daraufhin fluchtartig den Platz vor dem Parlament. Wegen des Tränengases konnte man im Zentrum Athens nur schwer atmen. Auch vor dem Eingang des Finanzministeriums kam es zu Zusammenstößen von vermummten Autonomen mit der Polizei. Mindestens acht Menschen wurden verletzt, wie der Rettungsdienst mitteilte.  

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Ministerpräsident Giorgos Papandreou traf sich am Mittwoch mit Staatspräsident Karolos Papoulias. “Es ist ein historisch kritischer Moment“, sagte Papandreou zur Lage in Griechenland. Am Nachmittag wollte sich Papandreou in einer Fernsehansprache an das Volk wenden, berichtete das staatliche Fernsehen (NET) weiter.

Die Regierung bemüht sich nach Medienberichten um Einwilligung der Opposition zum neuen 78-Milliarden-Sparpaket. Nach noch nicht offiziell bestätigten Informationen soll der Chef der bürgerlichen Oppositionellen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, die Bildung einer Übergangsregierung aus Technokraten vorgeschlagen haben. Diese könnte das Land in den nächsten schwierigen Monaten führen, hieß es. Rund um den zentralen Syntagma Platz vor dem Parlament in Athen versammelten sich nach Medienschätzungen mehrere zehntausend Menschen. Demonstranten versuchten, Zufahrtsstraßen zum abgesperrten Parlament zu blockieren. Sie pfiffen Politiker aus. Viele warfen Flaschen und andere Gegenstände.

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Als einige Demonstranten die Absperrungen zu durchbrechen versuchten, wurde begrenzt Tränengas eingesetzt. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen, berichteten Augenzeugen. Wegen der Streiks fielen Zugverbindungen, Fähren und die Athener Vorstandbahn aus. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken blieben geschlossen. Um die Mittagszeit schlossen auch die Händler für drei Stunden ihre Läden.

Die Tourismusbranche sollte darunter nicht direkt leiden, die Fluglotsen nahmen nicht am Streik teil. Touristen sollten jedoch das Stadtzentrum Athens meiden. Im Parlament war für den Nachmittag eine erste Debatte über das neue Milliarden-Sparprogramm angesetzt.

Zu den Streiks hatten die Bewegung der “Empörten Bürger“ und die beiden größten Gewerkschaftsverbände aufgerufen. Die hauptsächlich über das Internet organisierte Bewegung der “Empörten Bürger“ veranstaltet seit mehr als 20 Tagen täglich Demonstrationen vor dem Parlament. Die Demonstrationen sollen bis zum Tag der Abstimmung über das Sparprogramm im Parlament am 30. Juni andauern.

dapd/dpa

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