Griechischer Astrologe "spart" vier Millionen Euro

Athen - Im hochverschuldeten Griechenland haben Steuerfahnder mehrere Fälle krasser Steuerhinterziehung ans Tageslicht gebracht. Ein Astrologe trieb es besonders bunt.

Monatelang haben die Fahnder systematisch 2000 Fälle von größeren Geldeinlagen von Privatpersonen geprüft und nach der Herkunft des Geldes gesucht. Dabei wurde unter anderem ein Astrologe entdeckt, der vier Millionen Euro “gespart“ hatte. Dem Steueramt hatte er keine Einnahmen gemeldet. Dies bestätigte der Chef der Behörde für Steuerfahndung (SDOE) Nikos Lekkas der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag.

Auf der Liste stehen nach Angaben des Chef-Steuerfahnders, Ärzte, Star-Friseure, Rechtsanwälte und Reiseagenturen. Auch Universitätsprofessoren waren ordentlich dabei: 300 von ihnen hatten insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro für Forschungsprogramme kassiert und dies dem Steueramt nicht gemeldet. “Die alle werden jetzt zur Kasse gebeten. Und sie werden hohe Strafen zahlen“, sagte Lekkas.

Hinweise aus der Bevölkerung

Lesen Sie dazu:

Fahndern gelingt Schlag gegen Steuerhinterziehung

Eine Reiseagentur hatte Luxusvillen in Griechenland für 15.000 bis 30.000 Euro die Woche an reiche Ausländer vermietet, die Häuser waren aber als leerstehend angemeldet. In vielen Fällen hätten Hinweise von Nachbarn die Steuerfahnder auf die lukrativen Geschäfte aufmerksam gemacht, berichteten griechische Medien.

Dazu gibt es in Griechenland seit fast drei Jahren eine Telefonnummer (1517), wo man Hinweise machen kann. Die Zahl der Anrufer hat sich nach offiziellen Angaben seit 2009 fast vervierfacht. Allein 2010 seien 19.000 solche Anrufe eingegangen, wie die Athener Zeitung “Kathimerini“ berichtete.

Der Kampf gegen die Steuerhinterziehung soll ab September auch von der EU unterstützt werden: Experten aus Brüssel sollen ihren griechischen Kollegen mit technischem Wissen unter die Arme greifen. Sie sollen nicht nur im Finanzministerium sondern auch in allen anderen Ressorts in Athen sitzen.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
Pfullendorf (dpa) - Für die Belegschaft des insolventen Küchenbauers Alno gibt es wieder etwas Hoffnung. In der kommenden Woche würden Gespräche geführt mit einem …
Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
München (dpa) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen, im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur …
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
Die Warenhauskette Kaufhof steckt in der Krise - wie auch die kanadische Mutter HBC. Nun verlässt HBC-Chef Storch den Konzern. Kaufhof gibt sich gelassen.
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Europa hängt bei Zukunftstechnologien in wichtigen Bereichen hinterher. Doch nach dem jüngsten EU-Gipfel können Online-Shopper und Nutzer des mobilen Internets hoffen.
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet

Kommentare