Griechenland: S&P warnt vor Kreditausfall

London - Frankreich diskutiert zwei Möglichkeiten für die Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenland-Hilfe. Beide führen laut der Ratingagentur Standard & Poor's wahrscheinlich zu einem Kreditausfall. Die Warnung belastete den Euro.

“Nach unserer Ansicht führt jede der beiden Finanzierungsoptionen, die im Vorschlag der Federation Bancaire Francaise (FBF) beschrieben sind, wahrscheinlich zu einem Zahlungsausfall“, teilte S&P mit. Die Ratingagentur bezieht sich dabei auf das “Pariser Modell“, das von französischen Banken entwickelt wurde.

Banken und Versicherer wollen demnach bis 2012 fällige Gelder aus griechischen Anleihen wieder reinvestieren. Diesem Modell wollen sich im Grundsatz auch deutsche Banken anschließen. Laut S&P sind die Details jedoch noch offen. Als Kreditausfall gewertet würden aber nur Anleihen, die von den Verlängerungen betroffen wären. Die betroffenen Anleihen könnten bei einem “Default“ nicht mehr bei der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheiten hinterlegt werden.

Warnung belastet Euro

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Der Warnschuss sorgte am Morgen für einen schwächeren Kurs des Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im frühen Handel mit 1,4521 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,6889 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro zuvor mit 1,4577 Dollar den höchsten Stand seit über einem Monat erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,4488 (Donnerstag: 1,4453) Dollar festgesetzt.

Zuletzt hatte der Euro angesichts der Entspannung in der Griechenland-Frage noch deutlich zugelegt. Die Finanzminister der Eurozone hatten am Samstag die nächste Kredittranche für Griechenland in Höhe von 12 Milliarden Euro freigegeben.

dpa

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