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Griechenlands Kreditwürdigkeit auf "Junk" herabgestuft.

Griechenlands Kreditwürdigkeit herabgestuft

London - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihr Rating für griechische Staatsanleihen auf ein Ramschniveau gesenkt. Damit steigt der Druck auf das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland noch weiter.

Das Rating werde von bisher “BBB+“ auf “BB+“ reduziert, teilte S&P am Dienstag mit. Der Ausblick bleibe negativ. Die Herabstufung reflektiere die politischen, wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Herausforderungen für die griechische Regierung, sagte der zuständige Analyst Marko Mrsnik.

Diese erschwerten es, die Schuldenlast wieder auf ein tragbares Niveau zu bringen. Der Schuldenstand des Landes im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte von 124 Prozent im Jahr 2010 auf 131 Prozent im Jahr 2011 steigen. S&P geht zwar davon aus, das Griechenland seine Defizitziele im laufenden Jahr erreichen kann. Das hohe Tempo des Vertrauensverlustes hat jedoch Zweifel daran aufkommen lassen, ob die Regierung tatsächlich die geplanten Reformen umsetzen kann. Zudem verwies S&P auf das schwache Wirtschaftswachstum.

Das reale BIP Griechenlands dürfte bis 2016 nahezu stagnieren. Das Haushaltsdefizit lag im vergangenen Jahr bei 13,6 Prozent und soll im laufenden Jahr um vier Prozentpunkte gesenkt werden. Sollten die beiden anderen Ratingagenturen (Moody's und Fitch) ihre Bewertung für Griechenland auf ein ähnliches Niveau senken, dann würden griechische Anleihen nicht mehr von der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheiten akzeptiert. Die EZB hatte auf ihrer Sitzung Anfang Mai beschlossen, Papiere mit mindestens einem “BBB-“-Rating über das Jahr 2010 hinaus zu akzeptieren. Vor der Krise hatte die EZB lediglich Papiere mit einem Rating von mindestens “A-“ akzeptiert.

Panik in Griechenland

In Griechenland ist am Dienstagabend Panik ausgebrochen, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des Landes von BBB+ auf BB+ abgewertet hat. “Es ist eine Attacke gegen das Land. Etwas muss jetzt dringend geschehen“, hieß es in einem Kommentar im staatlichen Fernsehen. Viele Sender unterbrachen sofort ihr Programm und berichteten vom “neuen Schlag gegen die Wirtschaft“ des Landes.

Die Athener Börse war bereits am Nachmittag um sechs Prozent auf ein Jahrestief gefallen (1696,68 Punkte). Die weitere Abwertung auf Ramsch-Niveau wurde als “unerklärlich“ bezeichnet. “Es ist nunmehr ein klar europäisches Thema“, sagte der griechische Regierungssprecher Giorgos Petalotis im griechischen Radio wenige Minuten nach der Abwertung.

Es ist das erste Mal, dass der Regierungssprecher in Athen so schnell auf eine Abwertung der griechischen Finanzen reagiert. “Die Geldeinlagen in Griechenland sind sicher“, sagte er. “Die Verhandlungen mit dem IWF und die EU gehen bald zu Ende wir werden bald Unterstützung bekommen, hieß es. “Die Moral in der Regierung ist sehr gut. Wir tun was richtig ist“, fügte Petalotis hinzu.

Spanien schlägt EU-Sondergipfel zu Griechenland vor

Die spanische Ratspräsidentschaft der Europäischen Union hat die Einberufung eines Gipfeltreffens der Eurozone zur Griechenland-Hilfe vorgeschlagen. Wie der staatliche spanische Rundfunk RNE am Dienstag unter Berufung auf Madrider Regierungskreise berichtete, soll das Treffen nach dem Vorschlag von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero am 10. Mai in Brüssel stattfinden.

Auf dem Gipfel könnte eine Milliarden-Finanzhilfe für Griechenland verabschiedet werden. Das Ringen um die Hilfe geht in eine entscheidende Phase. Die deutsche Bundesregierung will am Mittwoch in einem geheimen Abstimmungsgespräch das weitere Vorgehen in der Griechenlandkrise beraten. Zudem sind der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, sowie der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) in Berlin.

dpa

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