Pech für Kassenpatienten

Grippe-Impfstoff nicht lieferbar

München – In diesem Winter droht Experten zufolge wohl eine besonders starke Grippewelle. Doch wer sich jetzt bei seinem Arzt gegen die tückischen Erreger schützen will, hat Pech – zumindest, wenn er Kassenpatient ist.

Noch immer ist der Grippe-Impfstoff nicht erhältlich. Denn der Hersteller mit Exklusivvertrag hat Lieferprobleme. Privatpatienten erhalten indes bereits Impfstoffe anderer Hersteller.

Der Hintergrund: Die gesetzlichen Krankenkassen wollen sparen – und zwar nach eigenen Angaben 22 Millionen Euro in dieser Grippesaison. Zum ersten Mal wurde daher die Produktion des Grippe-Impfstoffs exklusiv an den günstigsten Hersteller vergeben. Den Zuschlag erhielt für Bayern Novartis Vaccines.

Während die Impfstoffe anderer Hersteller bereits auf dem Markt sind, kann der Pharmariese aber nicht rechtzeitig liefern: Setzten Ärzte die ersten Impfspritzen sonst bereits im August, könnte es diesmal bis November dauern.

Impfexperten wie  Nikolaus Frühwein rieten bisher allerdings bereits zur Impfung im September. „Ich empfinde das als skandalös“, sagt der Münchner Infektionsspezialist und spricht von einer „Verunsicherung der Patienten“. Die Kassen hätten, um ein paar Euro zu sparen, ein eingespieltes System zerstört.

Novartis selbst schiebt die Schuld für die Verzögerung auf das Virus. In diesem Jahr müssen gleich zwei neue Erregerstämme im Impfstoff enthalten sein. Verzögerungen bei der Erstauslieferung seien zudem „nicht ungewöhnlich“ und unter anderem „dem komplexen biologischen Produktionsprozess geschuldet“.

Trotz Verspätung kommt der Impfstoff aber wohl noch rechtzeitig vor der Grippesaison, selbst wenn erst zehn bis 14 Tage nach der Impfung ein Schutz besteht. Denn die Influenza-Viren sind meist erst Ende Januar aktiv. Anders als die Erreger sogenannter grippaler Infekte. Vor solchen harmlosen Erkältungen schützt regelmäßiges Händewaschen, aber nicht die Grippeimpfung.

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